#Torsten Lieberknecht

Show notes

Torsten Lieberknecht ist seit vielen Jahren eine feste Größe im deutschen Profifußball. Mit Eintracht Braunschweig und dem SV Darmstadt 98 führte er zwei Vereine bis in die Bundesliga – jeweils mit Mannschaften, die nicht zu den natürlichen Aufstiegskandidaten zählten.

Heute ist er Cheftrainer des 1.FC Kaiserslautern, jenes Klubs, bei dem er selbst den Schritt in den Profibereich gemacht hat und zu dem er bis heute eine enge persönliche Bindung hat. Im Gespräch geht es weniger um einzelne Spiele oder Systeme als um die Fragen hinter dem Beruf: Wie bleibt man unter dauerhaftem Erwartungsdruck handlungsfähig? Wie geht man mit Nähe um, ohne sich darin zu verlieren? Und was bedeutet Verantwortung, wenn ein Verein für viele Menschen weit mehr ist als Fußball?

Lieberknecht spricht über Selbsthinterfragung, über Abnutzung im Trainerberuf und über Analyse als Mittel, um Distanz zu gewinnen und Klarheit zu behalten. Ein zentrales Thema im neuen LEADERTALK mit Host Mounir Zitouni ist dabei sein Verständnis von Identifikation. Lieberknecht beschreibt Führung als bewusstes Sich-Verschreiben auf Zeit: sich einem Verein, einer Mannschaft und einer Region mit voller Konsequenz anzunähern – ohne die professionelle Distanz aus den Augen zu verlieren. Gerade am Beispiel Kaiserslautern wird deutlich, wie eng für ihn persönliche Herkunft, emotionale Bindung und berufliche Verantwortung miteinander verbunden sind.

Dabei wird auch sichtbar, dass sein Weg nicht im luftleeren Raum entstanden ist. Lieberknecht benennt die Trainer, die ihn geprägt haben – darunter Karl-Heinz Feldkamp und Wolfgang Frank – nicht als Vorbilder im klassischen Sinn, sondern als Wegmarken einer Entwicklung, aus der er ein eigenes Führungsverständnis geformt hat.

📌 Die Folge mit Torsten Lieberknecht:

  • 00:00 - Begrüßung und Vorstellung
  • 04:43 – Heimat und Werte
  • 10:47 - Bodenständigkeit
  • 16:24 - Identifikation als Motor: Die Liebe zum FCK
  • 25:40 - Mit Bluesrock im Abschaltmodus
  • 31:28 - Fehlerkultur – wie geht das?
  • 34:50 - Die Aufstiege mit Braunschweig und Darmstadt
  • 38:46 - Die Aufgabe in Lautern
  • 41:00 - „Bist du ein erfolgreicher Trainer, Torsten?“
  • 43:36 - Gelassene Konsequenz & Unberechenbarkeit
  • 47:13 - Umgang mit den Dellen
  • 53:44 - Welche drei Trainer sind prägend gewesen?

Show transcript

00:00:00: Wenn man an Familie denkt, dann denkt man gleichzeitig auch an Team.

00:00:05: Als Familie musste auch ein Team sein.

00:00:07: Bei uns war die Familie immer auch ein Team, was Team orientiert zusammengelebt hat.

00:00:14: Und jetzt endlich gibt es damit sicher einige Werte, aber die Arbeit in einem Team.

00:00:22: Das ist das, was mich am meisten, glaube ich, nicht nur geprägt hat, sondern was ich auch immer wieder propagiere, dass es natürlich neben den individuellen Bedürfnissen den Egoismus ausleben dürfen, trotzdem das Team immer im Vordergrund steht.

00:00:39: und das gepaart mit der gewissen Bodenständigkeit, das ist eben das, was ich glaube, hauptsächlich auch von meiner Familie mitbekommen habe, von meinen Eltern, die leider nicht mehr leben beide.

00:00:50: Aber ich habe noch zwei Brüder, die uns eben in dieser Erziehung genau das gegeben haben.

00:00:58: dass man jeden Menschen auf Augenhöhe begegnen sollte, keinen Schublaten denken haben sollte, sondern lieber den Menschen zweit, dreimal kennenlernen, bevor man Urteile fällt.

00:01:12: So als Trainer, wie als Spieler bist du eigentlich immer nur Gast in einem Verein.

00:01:17: Und das für eine bestimmte Zeit.

00:01:19: Und in dieser Zeit möchte ich halt meinem Gastgeber ein guter Gast sein und möchte das erfüllen, was man vielleicht vertraglich festlegt und was die Anforderungen sind.

00:01:33: Aber es ist tatsächlich so, ich ziehe sehr, sehr viel Energie aus direkten Gesprächen mit den Fans, mit... dem Club sehr nahe stehen, weil du dort auch wirklich auch den Wiedergespiegel bekommst, was der Club eben ... Welcher Stadt auch immer bedeutet, welche Bedeutung er hat.

00:01:56: Und das gehört für mich eben dazu, diese Energie aufzuladen, mitzunehmen und das auch dann diese Verantwortung zu spüren, die man hat.

00:02:06: Aber sie kann auch verletzend sein, weil wenn du sehr offen bist und das bin ich nun mal auch, gibt es auch oftmals auch keine Grenze des Gegenübers.

00:02:20: Willkommen zum Leader Talk.

00:02:22: Hier ist Munir Zituni und ich unterhalte mich mit bekannten Persönlichkeiten aus dem Fußball über ihren Werdegang, ihre Lebensphilosophie und Ansichten.

00:02:31: Können wir etwas von diesen Menschen lernen?

00:02:34: Dieser Frage gehe ich in meinem Podcast nach und wünsche euch viel Spaß in meiner neuen Folge.

00:02:46: Ja, eine neue Ausgabe vom Leader Talk und mein Gast heute ist der aktuelle Trainer vom ersten FC Kaiserslautern Thorsten Lieberknecht.

00:02:57: Und ich freue mich auf ein spannendes Gespräch mit dir, Thorsten, über Spührung, Werte, Kommunikation und freue mich, dass du heute endlich nach vielem baggern dabei bist.

00:03:09: Ja, ich freue mich auch, dass es endlich geklappt hat und ja, freue mich jetzt auch auf das Gespräch.

00:03:16: Ja, Thorsten, zunächst mal eine kurze Vorstellung von dir.

00:03:20: Du bist Pselzer, du bist in Hassloch groß geworden.

00:03:23: Hassloch, das kennen wir sozusagen wegen des Holidayparks, aber auch wegen der Konsumforschung.

00:03:29: Du bist da groß geworden, hast beim FC, Null Acht, Hassloch angefangen Fußball zu spielen, bis dann später in der Jugend zum ersten Tag das Lautbund gewechselt, bis Deutsche A-Jugermeister geworden und hast dann auch deinen ersten Sporn in der ersten Mannschaft verdient.

00:03:45: Und dann im Laufe deiner Karriere noch weiter für Waldhof Mannheim, Mainz Nr.

00:03:50: V, Saarbrücken und Eintracht Braunschweig gespielt, wo du dann am Ende deiner Karriere direkt ins Traineramt gekommen bist für die U-IX.

00:03:59: Und im Jahr der Entlassung von Beno Müllmann, die erste Mannschaft übernommen hast, zehn Jahre in Braunschweig gearbeitet hast, zwei Aufstiege vollbracht hast in die erste Liga.

00:04:14: Das Ende in Braunschweig, aber der Anfang in Duisburg, wo du dann knappe zwei Jahre gearbeitet hast, Darmstadt folgte mit deinem Aufstieg in die Bundesliga zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr

00:04:49: zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen

00:04:51: dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen dem Jahr zwischen die Vereine, die Art und Weise, wie

00:04:53: du dort gearbeitet hast.

00:04:54: und die erste Frage, die mir tatsächlich gekommen ist, Thorsten, lass uns mal vielleicht zu Beginn unseres Gesprächs über Heimat sprechen.

00:04:57: Was bedeutet Heimat für dich?

00:04:57: Das ist ein großes Thema, was tatsächlich was Heimat bedeutet, wenn man als Fußballreisender unterwegs ist mit zu Beginn, wenn man auch noch nicht verheiratet ist, erst mal als Single und dann irgendwann mit Familie.

00:05:13: Und das haben wir uns tatsächlich immer mal gefragt, was Heimat ist.

00:05:18: Die Wurzeln, die sind bei mir eben hier in der Pfalz.

00:05:22: Ganz drastisch ausgedrückt, wenn ich dann ab und an mal über das Thema mit meiner Frau spreche.

00:05:28: Wo ist denn tatsächlich unsere Heimat, wenn man Die Wurzel ist immer da, wo man geboren ist.

00:05:42: Das ist eben bei mir hier rein am Fals.

00:05:45: Bei meiner Frau ist es Mainz, aber ... Und das ist das, was ich jetzt meine, drastisch.

00:05:50: Okay, bin ich jetzt heute.

00:05:53: Ich möchte noch lange leben, aber wenn ich jetzt sterben würde, wo würde man uns beerdigen lassen?

00:05:58: Und da fällt uns nichts ein, weil wir da nicht zu Hause kennen.

00:06:02: Also von daher... Wir wissen jetzt gar nicht, wo die Heimat ist.

00:06:07: Wir fühlen uns aber immer der Heimat verbunden, indem wir gerade sind und wohnen und wollen eben diese Region dann für den Moment als unsere Heimat nehmen.

00:06:16: Aber die Wurzel, das was ein geprägt hat, das ist eine Region, bei mir ist es eben halt rein am Fals.

00:06:26: Welches Bild kommt dir denn in den Kopf, wenn du versuchst, drüber nachzudenken?

00:06:31: Die Wurzeln, meine Wurzeln, meine Heimat, gibt es da ein Bild, was dir in den Kopf kommt?

00:06:36: Welches Bild schießt dir in den Kopf, wenn du in deiner Heimat diese Wurzeln in Hassloch vielleicht denkst?

00:06:47: Welches Bild schießt mir in den Kopf?

00:06:48: Ja, das sind natürlich Kindheitsbilder, was hat man natürlich in... in Hassloch-Pfalz erlebt.

00:06:55: Du hast in Holendepark angesprochen, du hast die ÖFKA-Hauthaltszentrale Hassloch angesprochen, die das Durchschnittsdorf Deutschlands überhaupt, wobei der Hassloch ein Großmeter aufliegt, das ist das größte Dorf Deutschlands, ist mittlerweile glaube ich über twenty-fünftausend Einwohner.

00:07:14: Es sind Es ist das Bild der Schule, der Grundschule, der Schulentwicklung, das Bild der eigenen Familie mit Vater, Mutter, Brüder, Freunde, die diesen Bild eben halt auch prägen.

00:07:29: Der Fußball hat das auch schon geprägt, du hast meine Station angesprochen, wo ich angefangen habe, der SAFC Nullacht hast doch, der Vorwahrs F-A-Nurzel, Einswansch hast doch noch, dann gibt es so... Ja, viele Dinge, die ich da auch jetzt erst im Nachgang, als ich mal weg war, mit einem ganz anderen Augen gesehen habe.

00:07:50: Als ich wieder zurück bin, dann ab und an mal, als dann, das haben wir mit Weitreisender, wobei das weiteste, was ich war, bei eben halt Boundschweig.

00:08:01: Hast du als die Pfalz mit einem ganz anderen Auge gesehen, wie du das damals wieder als Kind gesehen hattest?

00:08:06: Jetzt hast du die Weinregion, die Schönheit, die ist dir jetzt, in dem Moment ist irgendwann komplett erblüht, aber es ist halt, es ist glaube ich, viel Familie, Schule.

00:08:24: Radweg zum Fußballplatz, Radweg in die Schule.

00:08:28: Das sind alte Sachen, die wenn du mich jetzt zur spontan fragst, die jetzt so bei mir hochkommen.

00:08:36: Und was glaubst du denn Thorsten?

00:08:38: Welche Eigenschaft hast du denn so in Hassloch in dieser Zeit eben als Kind, als Jugendlicher auch in der Familie, deinen Eltern, Geschwistern?

00:08:46: Welche Eigenschaft hast du denn dort mitgenommen, mitgebracht, die dir dann auch jetzt später in für die Arbeit als Bundesliga-Trainer, als Fußballtrainer hilft.

00:08:58: Gibt es da etwas, wo du sagst, ja, ja, das ist etwas, das habe ich früh gelernt und das hilft mir auch heute im Umgang

00:09:06: mit

00:09:06: meinen Spielern, im Umgang mit so einem Umfeld, wie es eben der Fall ist bei einem Bundesligaverein.

00:09:12: Wenn man an Familie denkt, dann denkt man gleichzeitig auch an Team.

00:09:18: Als Familie musste auch ein Team sein.

00:09:19: Bei uns war die Familie immer immer auch ein Team, was Team orientiert zusammengelebt hat.

00:09:26: Und jetzt endlich gibt es damit sicher einige Werte, aber die Arbeit in einem Team.

00:09:35: Das ist das, was mich am meisten glaube ich nicht nur geprägt hat, sondern was ich auch immer wieder propagiere, dass es natürlich neben den individuellen Bedürfnissen... den Egoismus ausleben zu dürfen, trotzdem das Team immer im Vordergrund steht.

00:09:52: und das gepaart mit einer gewissen Bodenständigkeit, das ist eben das, was ich glaube hauptsächlich auch von meiner Familie mitbekommen habe, von meinen Eltern, die leider nicht mehr leben beide, aber die uns, ich habe noch zwei Brüder, die uns eben in diese Erziehung genau das gegeben haben, das war.

00:10:11: dass wenn jeden Menschen auf Augenhöhe begegnen sollte, keinen Schubladen denken haben sollte, sondern lieber den Menschen zwei, drei Mal kennenlernen, bevor man Urteile fällt.

00:10:25: Und wenn man dann merkt, okay, das ist, da merkt man eine Gemeinschaft da drin, dann bist du wieder beim Team.

00:10:32: Also das ist das, was die Frau schon meint und mitgenommen habe unter anderem auch.

00:10:41: Wie verstehst du denn Bodenständigkeit?

00:10:43: Das ist ja ein Wort, das wird immer mal wieder auch benutzt, gehört, man hat ganz unterschiedliche Interpretationen.

00:10:51: So wie du es gerade auch beschrieben hast, ist es ja im Grunde so der Kontakt auf Augenhöhe letztlich, dass man sich nicht zu wichtig nimmt, sondern dass man ja mit beiden Beinen auf dem Boden steht und dem anderen sozusagen auf Augenhöhe begegnet und irgendwie auch die Chance gibt.

00:11:08: sich mit dir auf Augehör zu unterhalten.

00:11:10: Versteh ich das so richtig?

00:11:13: Ja, mit Sicherheit.

00:11:17: Ich finde, dass wir ein wahnsinniges Privileg haben, eben eine Arbeit nachzugehen, einen Job nachzugehen, den man sich hart erkämpft hat, auch als Fußballer.

00:11:29: Wir hatten viele Entbehrungen, aber dann, wenn man in den Profifußball ankommt, Neben dem monatlichen Verdienst, was sich auch in all den Jahren gesteigert hat, ist es eben auch so, dass es eben ein Privileg ist in diesem Bereich mit vielen jungen Spielern, mit tollen Mitarbeitern zusammenarbeiten zu dürfen.

00:11:52: Ich empfinde es als großes Privileg und ich finde die Bohnständigkeit fängt aber auch damit an, dass man das einstuft, auch weiß, dass das mit Sicherheit auch kein einfacher Job ist, den man tätigt.

00:12:12: Und trotzdem gibt es aus meiner Sicht noch sehr, sehr viele, viel wichtigere Menschen in einem direkten Umfeld, ich denke nur an die... Ja, Mitarbeiter, wenn ich jetzt gerade, wir waren vor kurz vor Weihnachten auf der Geburtsstation hier in Kaiserslautern und da fängt bei mir Bohnständigkeit an zu wissen, dass es eben halt auch viel wichtiger Menschen gibt, wenn ich weiß.

00:12:37: Es gibt Helferinnen und Helfer in einem Krankenhaus, die gucken, dass ein frühgeborenes Baby am Leben halt liegt und da Da ist es eben so, dass da die Bodenständigkeit total wächst.

00:12:57: Und das finde ich total wichtig, wenn man sich da nicht so wichtig nimmt, sondern auch... den über den Tellerrand des Fußballs hinaus schaut und eben halt auch weiß es gibt noch viel viel wichtiges auf der Welt und das ist für mich Bodenständigkeit und halt auch wenn ich jetzt ein im Fußball bin wenn ich im Stadion bin.

00:13:18: wir haben unterschiedliche Gesellschaftsschichten in einem Stadion die eben halt alle zu bedienen, zu berücksichtigen und wichtig zu nehmen.

00:13:30: Das ist der Benger, der Rechtsanwalt, der Topmanager, wie vielleicht derjenige, der sich irgendwie abstottert, hier eine Karte zu ergattern, damit er seinen Heimatverein eben sieht.

00:13:42: Und das kann man ausstrahlen, indem man auf Augenhöhe begegnet und offen dafür ist, eben diese Dinge auch zu sehen.

00:13:55: Das ist total spannend, Thorsten, weil du bist ja auf der einen Seite jemand, der sich total den Dingen verschreibt, also mit Haut und Haaren, auch in den Clubs, wo du gearbeitet hast, machst du ja sozusagen die Clubs, die Stadt zu deiner Heimat in diesem Moment.

00:14:07: Also du verschreibst dich mit allem, was dich ausmacht.

00:14:11: Diese Arbeit diesen Menschen diesem Verein und gleichzeitig höre ich so ja nicht wichtig nehmen.

00:14:18: also da gibt es noch viel mehr.

00:14:19: das ist ja ein riesen Spagat.

00:14:20: also zum ein deutlich machen den Spielern den Fans im Mitarbeitenden ihr seid das wichtigste was mir heute morgen und übermorgen quasi passiert und gleichzeitig so eine Haltung zu haben es gibt auch wichtig ist ja ein riesen Spagat.

00:14:36: Ich empfinde gar nicht so sehr, dass es ein riesen Spagat ist, sondern es ist einfach Offenheit.

00:14:41: Offenheit, nicht nur in seiner Place unterwegs zu sein.

00:14:46: Und es ist interessant, auch wenn du in der Kabine bist und erhältst dich eben halt auch mit unterschiedlichen Kulturen.

00:14:53: Du hast ja jetzt Mannschaften, die sehr international auch sind.

00:14:57: und erhältst schon die unterschiedlichen Kulturen.

00:14:59: Selbst da ist nicht immer nur der Fußball das Thema, sondern gibt es eben auch gesellschaftliche Dinge, die großen Anteil haben in einer Kabine, wenn darüber gesprochen wird.

00:15:14: Aber ich glaube, es ist nicht nur in einer Blase zu bewegen, sondern auch offen zu sein.

00:15:24: Was wir eigentlich das Ganze auch ausmachen, deswegen der Spagat auch für mich dann nicht so groß erscheint.

00:15:34: Jeder von uns hat auch seine Probleme, die man vielleicht weltweit überall findet.

00:15:44: Es ist nie so, dass jeder zu Hause immer alles richtig macht und fehlerfrei ist.

00:15:51: Es gibt dann Themen, wo du die Bodenständigkeit immer sofort auch spürst.

00:15:57: Und wenn du nach Hause kommst zu deiner Familie, da spielt der Fußball auch eine große Rolle im Haus, lieber nicht.

00:16:07: Aber es gibt halt noch andere Themen, die dann auch von der Familie eingefordert werden.

00:16:14: Ja klar.

00:16:16: Das wird auch sein Ohr öffnen.

00:16:18: Natürlich.

00:16:19: Natürlich, klar.

00:16:21: Und trotzdem mich noch mal jetzt kurz zurück zu diesem Verschreiben, was ich ja so, also sich verschreiben, den Verein, den Fans der Mannschaft.

00:16:32: Es wirkt so auf mich, wenn ich dich so erlebe und erlebt habe, so dass diese Identifikation so auch dein Motor ist ein Stück weiter.

00:16:40: Also trifft es zu, ist das dieses sich verschreiben, die Infektion, gibt dir Kraft, obwohl du ganz viel auch nach außen gibst?

00:16:50: Ja, es ist auch eine Nähe, die man zulässt, die dann auch schnell verletzend sein kann, wenn man, muss ich aber auch lernen, wenn man da eben auch eine Grenze ziehen muss zwischen Professionalität und Identifikation.

00:17:09: Letztendlich hat man das geprägt bei einem Interview bei Darmstadt-Achtneunzig, einfach so als Trainer, wie als Spieler, bis zu eigentlich immer nur Gast in einem Verein.

00:17:20: Und das für eine bestimmte Zeit.

00:17:22: Und in dieser Zeit möchte ich halt meinem Gastgeber ein guter Gast sein und möchte das erfüllen, was man vielleicht vertraglich festlegt und was die Anforderungen sind.

00:17:36: Aber es ist tatsächlich so, ich ziehe sehr, sehr viel Energie aus direkten Gesprächen mit den Fans, mit dem Club sehr nahe stehen, weil du dort auch wirklich auch den Wiedergespiegel bekommst, was der Club eben ... in welcher Stadt auch immer bedeutet, welche Bedeutung er hat.

00:17:59: Und das gehört für mich eben dazu, diese Energie aufzuladen, mitzunehmen und das auch dann diese Verantwortung zu spüren, die man hat.

00:18:09: Aber sie kann auch verletzend sein, weil wenn du sehr offen bist und das bin ich nun mal auch, gibt es auch oftmals auch keine Grenze des Gegenübers.

00:18:17: und das muss ich auch lernen und zu sagen, okay, jetzt gibt es aber irgendwo diese Professionalität, aber... in denifikationsstiftend, dass die Leute merken, da ist keiner, der eine Rolle spielt, sondern das ist eine Authentizität, das ist mir schon wichtig, dass die Leute merken, er ist da, er ist unser Trainer, ist ja oft so, unser Trainer kommt, egal wo du hingehst, in Braunschirurg war ich unser Trainer, in Kaisland kommt unser Trainer und in Duisburg haben sie vielleicht ein bisschen mehr Fruchtdeutsch und in Braunschirurg auch gepackt, aber Und wenn du merkst, du bist manchmal das wichtigste Sprachrohr der Stadt, so hat man das Gefühl.

00:19:01: Dann ist es, glaube ich, auch gehört es dazu, dass man sich diesem Thema komplett verschreibt, in den Problemen auch verschreibt.

00:19:10: Und was bekommst du da?

00:19:17: Ja, auf diesen Verhalten.

00:19:18: Ja, also, wo kommst du was?

00:19:20: Also, du gibst ja ganz viel rein.

00:19:22: Also, ich denke mal, so wie du wirkst, vierzehnzehn Stunden alles, wie wir es eben beschrieben haben.

00:19:26: Aber was bekommst du denn dafür?

00:19:29: Ja, manchmal vielleicht nicht das, was man sich erwünscht.

00:19:34: Aber man bekommt oft mal Ehrlichkeit.

00:19:36: Man bekommt eben auch mal einen Spiegel, wie jemand andere.

00:19:43: den Fußball sieht, wie jemand andere den Menschen sieht.

00:19:48: Und das finde ich sehr oft, wenn es wertschätzend ist.

00:19:52: Es ist total wichtig, dass es immer wertschätzend auf beiden Seiten bleibt.

00:19:56: Sind es gute, sehr gute Erkenntnisse.

00:19:59: Und ich finde, es gibt in einem Club... gibt es so viele Leute, die auch den Club schon seit jahrelang als Trainingsgast begleiten.

00:20:09: Die haben schon alles gesehen, haben ein gutes Gespür und Gefühl.

00:20:12: Und auch da gibt es manchmal Informationen, wo man überrascht ist, mit welchem Auge vielleicht jemand ist, der stille Beobachter eines Trainings ist.

00:20:22: Und auch da kriegt man auch mal eine gute Erkenntnis.

00:20:25: Aber manchmal ist es wie gesagt auch so, ich habe von der Nähe gesprochen, wenn man diese professioneller Distanz, dann ab und an mal nicht aufrechterhält, dann kann es auch mal verletzend sein und damit musste ich umgehen.

00:20:41: Ich möchte mir das aber trotzdem nicht nehmen lassen, weil wie gesagt, es ist ein Antriebsmotor für mich.

00:20:47: eine Region, eine Stadt, ein Club eben mitzufühlen, mitzuerleben, sowie eben die Region, wie der Stadt, der Club eben halt auch tickt, um da ein Teil des Ganzen zu sein als Gast für eine bestimmte Zeit.

00:21:06: Ja, und auch diese Einladung echt zu sein, also an die anderen diese Einladung, dass sie merken, ey, das ist einer von uns, mit dem können wir normal reden, mit dem rede ich jetzt auch irgendwie gefühlt, als wenn es ein guter Nachbar wäre.

00:21:19: Also diese Einladung fürs echt sein, die wird dann wahrscheinlich auch öfters wahrgenommen und ich glaube, das ist auch dir wichtig, dass du auch das Gefühl hast, so Mensch, da ist jetzt jemand auch, da ist auch auf der anderen Seite niemand, der eine Rolle spielt.

00:21:33: Ja, ist mir aber trotzdem auch wichtig, öfters mal in heiglenden Diskussionen auch zu betonen, dass man auch meine Meinung vielleicht auch wahrnimmt.

00:21:44: Und wenn nicht auseinandergehen, dann, dass derjenige dann das fühlt, der hat eine arrogante Art.

00:21:53: Weil ich muss es nicht, ich muss nicht stehen bleiben und muss Diskussion führen.

00:21:59: Aber ich mache es gern, wie gesagt, weil es für mich eben dazugehört.

00:22:02: Ich bin auch so sozialisiert worden, gerade hier beim ESFC Kaiserslautern als Jugendspieler.

00:22:09: Du bist eben ein Teil und kein unerheblich wichtiger Teil in dieser Stadt für ein Lebenselexier, für was, wo die Leute eben am Wochenende nicht nur hier aus Kaisern, sondern aus vielen Regionen, aus ganz Deutschland, aus Europa hinreisen, bist du eben halt auch ein Teil dieser Geschichte.

00:22:35: Und so bin ich auch sozialisiert worden, dass man das auch da sehr wahrnimmt, dass man den Fan wahrnimmt, dass man seine Gefühle wahrnimmt.

00:22:43: Und ich bin letztendlich auch, wie gesagt, so sportlich erzogen worden und sozialisiert worden.

00:22:51: Umgang mit der Öffentlichkeit.

00:22:55: Das kann ich auch nur bestätigen, Torsten, wenn man dich sie trifft, begegnet außerhalb der Stadien.

00:23:02: Ja, kann man das nur bestätigen, was du gerade gesagt hast.

00:23:06: Du hast in einem Interview mit dem SWR den Satz gesagt, ich bin voller Liebe für den ersten FC Kaiserslautern.

00:23:14: Wie anstrengend ist denn die Liebe?

00:23:19: Ja, das hängt natürlich mit meiner Vergangenheit, mit meiner Geschichte zusammen, mit Ich mag das zwar nicht immer sagen, aber weil ich das manchmal auch gar nicht mehr hören kann, deswegen ist es mir auch immer ganz wichtig zu sagen, okay, ich habe mir genügend Zeit gehabt, mit Abstand zum FCK zu gucken, weil ich halt lange woanders war.

00:23:41: Aber ich bin hier quasi in den Berufsbereich reingekommen und es war schon immer unser Heimat- und Herzensverein bei der Familie Lieberg nicht als Felser.

00:23:53: gab es nichts anderes und wurde auch nichts anderes zugelassen.

00:24:00: Deswegen entsteht so was, wenn man leidenschaftlich ist, wenn man emotional ist.

00:24:12: baut man halt auch in dem Fall Wurzeln auf, die man geschlagen hat, die man irgendwo dann woanders da mitnimmt in seinem Job, aber die Wurzeln ziehen einfach immer wieder zurück und deswegen ist der FCK halt, ich habe manchmal, ich schuhe mir schwer das sogar auszusprechen, weil ich manchmal denke, die Leute können es nicht mehr hören, aber es ist halt was Besonderes als Felser.

00:24:37: Für mich ist es total besonders.

00:24:44: Wenn man von der Wucht eines Clubs spricht und du siehst dann, warum es diese Wucht gab, wenn man spricht über die die Waldeelf natürlich als Entstehung des erstes FCK von Deutschland, von Fußball Deutschland.

00:24:58: Aber es geht dann hinweg zu den massiven Spielennamen, die hier waren, Trainernamen, die hier auf dem Betzenberg waren und und und.

00:25:08: Und da jetzt ein Teil davon zu sein, das ist wirklich, das ist ein sehr, sehr hohes Privileg.

00:25:15: Wohlwissend auch nochmal, dass ich hier einen Job mache und den möchte ich sehr gut machen und das ist schon lange der Wunsch war halt auch von vielen, dass ich immer mal hier Trainer, mal Trainer bin und da ist eben, da steckt viel, da steckt viel Tiefe drin, ich sag's mal so, ja.

00:25:36: Also ich stelle mir das super spannend vor, also diese Leidenschaft für den Verein, jetzt bist du der Trainer und Ihr habt alle Möglichkeiten noch.

00:25:47: Ihr habt ein wahnsinniges Zuschaueraufkommen.

00:25:49: Aber trotzdem, das ist ja eine ganz schöne Verantwortung.

00:25:53: Und es ist auch anstrengend.

00:25:54: Wie macht das denn der Torsten-Lieber-Knechtru?

00:25:57: Wo hast du deine Pausen, deine Reset-Tasten?

00:26:00: Gibt es die überhaupt?

00:26:03: Ja, die gibt es.

00:26:04: Die nehme ich mir auch, muss ich mir auch nehmen.

00:26:10: Und natürlich ist da die Familie immer ein Runder.

00:26:14: und den Anger, die Musik in einem Auto mal, mal, mal wirklich nur Musik hören.

00:26:20: Das sind die Momente, wo ich halt, wenn ich mal jetzt von Darmstadt nach Kaiserslautern oder wieder zurückfahre, wo dann meine Auszeiten auch sind, auch Auszeiten bzw.

00:26:34: natürlich das wissende Umgang mit, mit Presse, mit mit den sozialen Netzwerken, dass man da einen Umgang pflegt, auch wo man auch da seine Pause sich nimmt.

00:26:50: Und da bin ich halt jemand der, was das dann geht, eben sehr rar unterwegs ist.

00:26:54: Ich möchte immer auch Neutralität bewahren.

00:26:58: Und das kann ich nur, wenn ich mich von diesen Äußeren einflüssen.

00:27:03: Obwohl, da geht es auch um Wertschätzung.

00:27:06: Jeder Journalist hat bei mir die Wertschätzung verdient, aber ich muss nicht jeden Artikel eben halt auch lesen, jede Meinung lesen.

00:27:11: Und genau so ist es auch in den sozialen Netzwerken, die natürlich mittlerweile immer auch in einem großen Rollen spielen.

00:27:21: Auch da ist es so, um Neutralität zu bewahren.

00:27:24: Habe ich nämlich mir auch gerade ganz bewusst dort eine Stunde Pause, sondern bin eigentlich da immer nur in Sachen Musik unterwegs.

00:27:36: Darf ich kurz fragen, was du für Musik hörst, Thorsten?

00:27:41: Momentan bin ich viel im Plus gerade angekommen und höre viel Plusrock.

00:27:49: Ich habe meine Genre, sie sind relativ weit verbreitet, aber Plusrock, Rockmusik allgemein, das ist so was ich höre.

00:28:00: Ja, dann gibt es eben auch Ann-Benn-Morrisen und auch Ministerie Breitgefächer.

00:28:04: Momentan abspasst bei mir, hohen Runder läuft tägliches für mich.

00:28:11: Also einer, wo ich glaube, das ist auch auf Jahre hinweg jemand, der wieder auch so prägend sein kann.

00:28:17: Der heißt Sam Fender.

00:28:19: Das ist ein Schotte, der unglaubliche Kunst abliegt mit seinem Film.

00:28:29: Sam Fender wird gleich mal abgespeichert bei Spotify.

00:28:34: Jetzt hast du gerade selbst gesagt, diese Emotionalität, die du einfach mitbringst, für die du stehst,

00:28:41: wie

00:28:41: müssen wir uns den Umgang mit deinen Spielern, also wie sehr hilft dir diese Emotionalität auch mit den Spielern im Umgang, im Kontakt?

00:28:49: Da gab es sicherlich auch Veränderungen im Laufe der Zeit, aber dieses emotionale, was du hast, dieses echte, Stelle ich mir durchaus hilfreich für den Umgang auch mit den Spielern, wie nimmst du es war, die deine Emotionalität im geschützten Ort der Kabine?

00:29:09: Dass dort trotzdem über allem die Fachlichkeit steht.

00:29:13: Fachlichkeit von dem, was man als Fußballlehrer vermitteln möchte.

00:29:21: Und da gehören eben Werkzeuge dazu.

00:29:23: Und das Werkzeug ist eben... die Kiste, was zur Fachlichkeit zugehört.

00:29:29: Du hast deinen taktischen Part, du hast deinen Part der Führung, du hast deinen Part der Emotionalität und das zusammen gemischt, das ist für mich wichtig, dass die Spieler wissen, da ist jemand da, der eine Emotionalität hat, der auch situativ ist.

00:29:53: auch mal daneben liegt, vielleicht in der Emotionalität, aber meistens situativ, wenn er aus seinem Bauchgefühl hört, oft eben halt auch die richtigen Entscheidungen auch trifft, aber über allem steht nochmal die Fachlichkeit, dass man genau in diesen Punkten oder an diesen Punkten immer wieder auch bereit ist zu arbeiten, sich auch zu verändern, auf Veränderung eingeht.

00:30:22: Manche, manche Führung, die jetzt, die man im Braunschirm hat, die passt aber vielleicht jetzt nicht nach Kreiseslautern, weil vielleicht auch eine andere Beartungshaltung an den Trainer gesteckt werden, die vielleicht nur über das Emotional hinausgeht.

00:30:43: Und deswegen muss man alle, alle Dinge, wie ich finde, bedienen.

00:30:47: Und ich glaube, dass mir das Meistens gut gelingt, aber wenn man es nicht gelingt, ist es auch wichtig, auch mal den Fehler zuzugeben.

00:30:56: Und dann merkt jemand, okay, da ist jemand da, der authentisch bleibt, der da nicht eine Rolle verfällt, um einen Fehler, den man vielleicht mal gemacht hat, den man im Nachgang ja immer besser weiß, sonst hätte man nicht gemacht.

00:31:12: dass er da eben halt auch zu seinem Moment, zu seinem Fehlermoment steht und auch eine Fehlerkultur zulässt.

00:31:18: Und das ist was, was dann auch mal emotional... rübergebracht werden kann.

00:31:26: Torsten, diese Fehlerkultur, die du angesprochen hast, wie stellt man das sicher?

00:31:31: Das klingt so leicht.

00:31:33: Der Trainer, der dann oft sagt, meine Tür ist immer auf für die Spieler, aber wie geht das für dich?

00:31:39: Wie funktioniert das für dich am besten?

00:31:41: Das ist ein wichtiger Punkt, glaube ich, in der Teamführung.

00:31:46: Noch mal, indem man auch selbst bereit ist.

00:31:51: Fehler anzuerkennen, wenn man selbst, erst mal mit sich selbst auch in die Erwartungshaltung geht, dass man ruhig Fehler machen darf.

00:32:04: Also du gibst

00:32:05: es quasi vor, dass Fehler gemacht werden dürfen.

00:32:09: Ja ja, erst mal bei mir.

00:32:10: Also ich stehe es mir zu, mal gesund zu scheiden.

00:32:16: Also ich glaube, das gehört einfach mal auch hinzu.

00:32:21: Und wenn das für sich eben halt auch zulässt und dann sagt okay und sich dann auch hinsetzt und sagt okay.

00:32:36: Versuch zu reflektieren, gesund zu reflektieren.

00:32:39: Was war der Grund?

00:32:40: Und man kommt dann eben halt auch zu einem Punkt, dass man sagt, ja, das waren Dinge, da glaube ich, muss es in Zukunft Dinge geben, die ich verändere, um nicht nochmal diese Fehler oder in diese Fehler hineinzukommen, dann fängt man erst mal bei Sicht an.

00:32:56: Und wenn man das eben halt auch in der Mannschaft mit rein gibt, dass man auch offen über Sicht spricht, dass es das gibt, dass man, dass kein Mensch fehlerfrei ist, selbst mit dem besten Gewissen, dass es machen möchte, gerade in einem Fußball, was oftmals eben auch ein Fehler spielt.

00:33:18: Wenn man da den Jungs das vermittelt, dass man bei sie selbst eben auch Fehler sucht, dann lässt man auch Fehlerkultur zu.

00:33:25: Dann kann man auch offen über Fehler sprechen mit seinen Spielern, Lösungsorientiert.

00:33:31: Das ist eben halt auch die Thematik, dass man sagt, okay, das ist der Fehler.

00:33:39: Was tun wir dafür, dass das eben zukünftig nicht mehr passiert und wie stellen wir das ab?

00:33:47: Welche Handlungen können wir anbieten, dass es gemacht wird?

00:33:52: Aber um das als Kultur zu implementieren, finde ich, dass der Spieler auch das Recht hat, von einem Trainer oder über einen Trainer zu wissen, dass der Trainer eben auch auch nicht fehlerfrei durch die welt geht und offen damit eben halt auch umgeht auch wenn das vielleicht dann auch wenn es dann vielleicht für für viele auf einmal eine schwäche bedeutet für mich ist keine schwäche.

00:34:23: für mich ist es eben der umgang damit und und und und dann eben auch die lösung nämlich wenn man wenn man wähler glaube ich unter dem tisch kehrt dann dann arbeiten wir nicht daran, sondern wenn sie offensichtlich sind, wenn man Leute Teile haben lässt davon, dann kriegt man auch Rückmeldungen.

00:34:43: und manche Rückmeldungen sind gut, das haben wir.

00:34:45: okay, er hat mir jetzt geholfen, genau so möchte ich jetzt gut künftig machen, damit der Fehler nicht mehr passiert.

00:34:54: Jetzt hast du Thorsten in zwei Konstellationen quasi unmögliches geschafft, also einmal mit Braunschweig in die erste Liga zu marschieren und dann auch mit Darmstadt diesen Aufstieg zu feiern.

00:35:04: Vielleicht jetzt mit dem ersten FC Kassel slautern.

00:35:07: Was ist dir da besonders gut gelungen?

00:35:09: Also was sind der Volksfaktoren vielleicht?

00:35:11: Also du nimmst ja auch aus den... schlechten dinge mit natürlich, aber man nimmt natürlich auch dinge mit aus den positiven dinge und und jetzt mal so auch rückblickend gefragt was was was waren da faktoren?

00:35:23: oder wo?

00:35:24: hast du gesagt das das hat gepasst?

00:35:25: oder da ist mir auch vielleicht was gelungen oder oder es war was da was irgendwie gepasst hat.

00:35:30: was gibt seine schablone?

00:35:31: oder war das so unterschiedlich dass man da gar keine schablone drauf kriegt?

00:35:35: es gibt tatsächlich eine unterschiedlichkeit wobei ich bei beiden oder bei Bei Aufstiegen grundsätzlich, um in die erste Liga zu kommen, muss ja erst mal in die zweite Liga kommen, damals in Braunschweig.

00:35:49: Aber du kannst die Vereine an sich nicht vergleichen.

00:35:56: Was aber Fakt war, neben der Situation, dass man die richtige Systematik für seine Spiele gefunden hat, war immer prägend auch die die ausgeprägte Team Chemie, die sich dann natürlich auch mit den Siegen immer wieder steigert, aber oft waren es halt jetzt in meinem Fall Spieler, die eigentlich nur über diesen individuellen Weg oder die über diesen Weg individuell gut zu sein und dann so gut zu sein, dass eine Mannschaft gut wird, dann auch den Weg in die Bundesliga, in die erste Bundesliga zu finden.

00:36:39: konnten nur über diesen Weg eben in diese erste Bundesliga kommen.

00:36:42: Und das war die Antriebsfeder oftmals, ob das jetzt in Braunschweig war oder eben auch in Darmstadt, dass viele Spieler wussten, es gibt nur diese Möglichkeit mal einen Traum von der ersten Bundesliga zu verwirklichen.

00:36:58: Und das als Teil einer Mannschaft zu sein, das haben dann ob das jetzt in Braunschweig oder in Darmstadt war, das haben so halt komplett verinnerlicht und das war extrem ausgeprägt.

00:37:09: Das Gönnen und das Gönnen für den Mitspieler nicht und trotzdem das anschieben.

00:37:19: Das war total ausgeprägt.

00:37:21: Und das merkst du immer wieder, wenn du eben mit Mannschaften, die nicht unbedingt zu dem Aufstiegskreis gehören, wenn die aber trotzdem dort reinkommen, ist das meistens die Antriebsquote.

00:37:33: Und die kann man pushen.

00:37:35: Und das war halt auch der Moment für uns oftmals, dass wir auch in Momenten, wo dann vielleicht dann Vertrags... Vertragsgespräche oder Vertragsideen der Journalisten dann aufkamen bei einem Aufschick, wer wird verlängert, wer kann oder wer wird nicht kommen.

00:37:58: Da habe ich gerade in Braunschweig und da vielleicht mal so ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plappern.

00:38:04: Da habe ich einen Artikel, der aus meiner Sicht zum ungünstigsten Zeitpunkt kam, nämlich über mögliche Weiterbeschäftigungen von Spielern zu sprechen.

00:38:17: Dann habe ich die Zeitung genommen in der Kabine und habe sie vor allen Spielern zerrissen.

00:38:22: Ich habe ihnen gesagt, das, was da drinsteht, das zählt hier für keinen.

00:38:26: Jeder, der hier teil ist, wird auch mitgenommen in die erste Liga.

00:38:32: Und es war so ein Moment für viele, wo sie gesagt haben, okay, also äußere Einflüsse.

00:38:36: Und das hat nochmal gepusht.

00:38:37: Und das war jetzt so ein Moment, der auch für mich da in Bounce war.

00:38:44: Ist es dann so, dass seit April bis zu auf dem Betzenberg, dass das auch mit die wichtigste Aufgabe ist, wenn es dann auch in diese Vision erste Bundesliga geht, also den Spielern das auch wieder zu verdeutlichen, also ist das vor allen Dingen eine Aufgabe, sie dafür...

00:39:02: Ja, zu sensibilisieren.

00:39:04: Genau, genau.

00:39:05: Ja, es geht um sensibilisieren, natürlich.

00:39:10: Wir haben hier eine fantastische individuelle Einzelkönne drin, die mit Sicherheit auch über ihre Performance, ihre Leistung auch nicht so interessant machen können für die Erstlinie.

00:39:25: Wir haben prozentual immer noch so viele Jungs drin, die ... nur als Mannschaft eben auch funktionieren kann und das ganz große erreichen kann, wenn sie eben auch genau dort diese Gemeinsamkeit eben auch findet.

00:39:40: Und das ist immer so ein stetiger Kampf, den man oftmals mit Mannschaften hat bis dieses... Storming, Norming, Performing, System, bis es noch einmal da hinläuft, bis es jeder kapiert.

00:39:54: Aber wir sind hier, ich finde, erstmal auf einem guten Weg, noch wichtig ist diese Gemeinsamkeit, aber in einem hochemotionalen Umfeld ehemaliger auch zu finden und das mitzunehmen, dass auch, dass jeder Einzelne, selbst der, der sich gar nicht so wichtig sieht, vielleicht, der aber bei mir eine hohe Wichtigkeit hat, dass er das irgendwie auch spürt, dass er sagt, ich bin ein Teil davon, wenn der FCK vielleicht das ganz große erreichen kann, was man erreichen kann.

00:40:24: Und dann bin ich auch ein Teil davon.

00:40:27: Und da ist... Sie sitzt neben mir, die Anka Trina als Pressesprecherin hat genau so einen Anteil und eine Wichtigkeit, weil sie auch vieles hier händeln muss, wie der Fan, der vielleicht hochemotional sich nahm Spiel, vielleicht auch mal im Wort vergreift, dass er auch kapiert.

00:40:45: Trotzdem kann ich auch mithelfen, eben sowas ganz Großes zu erreichen.

00:40:54: Bist du ein erfolgreicher Trainer, Thorsten?

00:40:56: Kann man das sagen?

00:40:58: Also, wie definierst du Erfolg für dich?

00:41:05: Jetzt kommen wieder meine Bescheidenheit, kommen wir wahrscheinlich wieder hoch in die Bodenständigkeit und so, das ist dieses Thema.

00:41:14: Aber

00:41:14: woran macht man das fest?

00:41:17: Na ja, gut, man spricht von Aufstiegen mit Mannschaften in die erste Liga.

00:41:23: Ich glaube, dass ich sehr erfolgreich über über Jahre hinweg jetzt auch mit meinen Dellen, die auch in dem Trainer leben, irgendwie auch dazugehören.

00:41:32: Auch das macht einen erfolgreichen Trainer aus, dass er eben aus diesen Dellen, da ziehen wir wieder bei der Fehlerkultur, auch dort vielleicht die richtigen Maßnahmen trifft, wenn er sich hinterfragt, um wieder eben in eine Erfolgspur reinzukommen.

00:41:46: Aber ich glaube jetzt über die Jahre hinweg kann man durchaus sagen, das was viele andere sagen, bin ich einer der erfolgreichsten Trainer in Deutschland.

00:41:58: Und ich mache auch Erfolg auch daran, dass ich nicht nur das, was ich mit einer Mannschaft oder wir mit der Mannschaft reinkönnen, sondern wem habe ich auch den Weg geebnet, in den Profibereich zu kommen.

00:42:09: Genau, stimmt genau.

00:42:11: Jugendförderung.

00:42:13: Und das ist für mich auch etwas, was erfolgreich ist, eben auch Jungs mit zu entdecken, dass sie eben ... große, starke Profikarriere durchgeführt haben.

00:42:26: Auch das gehört für mich zum erfolgreichen dazu.

00:42:29: Und erfolgreich ist mein Glauscher auch immer.

00:42:32: finde ich, wenn, das hat man hier im Klop, hat das mal, glaube ich, geprägt, den Spruch, dass es viel wichtiger ist, was die Leute über einen denken, wenn du gehst, als du in der Zeit, wo du da bist.

00:42:42: und bisher war es immer so, dass egal, wo ich jetzt, ob das in Duisburg war, in Darmstadt oder in Braunschweig, dass die Leute heute noch gerne von mir sprechen, auch nicht alle, das ist auch klar, aber der Großteil spricht gerne über mich und hat auch.

00:43:01: Nimm diese Zeit auch, als ihr erfolgreich war und alles andere.

00:43:07: Man darf das durchaus sagen, dass ich ein erfolgreicher Trainer bin.

00:43:11: Meistens bin ich irgendwie im Aufschießkampf mit dabei, mit meinen Mannschaften.

00:43:16: Zwischendrin gab es halt auch mal einen Abstieg.

00:43:20: Das stimmt.

00:43:20: Das stimmt, Thorsten.

00:43:22: Aber wenn man so den Weg dann von zwei Tausend Sieben sieht, bis jetzt, davon träumt man.

00:43:28: als junger Trainer.

00:43:29: Und wenn ich dir mal drei Eigenschaften sage, Thorsten, und du müsstest dich tatsächlich für eine entscheiden, sind alle drei wichtig für einen Trainer.

00:43:36: Aber welche willst du nehmen?

00:43:38: als erstes?

00:43:39: Und zwar Akribi, Gelassenheit und Konsequenz.

00:43:46: Welches

00:43:48: Wort

00:43:49: entspricht hier am ehesten?

00:43:51: Wir nehmen alle mit.

00:43:53: Gelassene Konsequenz.

00:43:56: Gelassene Konsequenz?

00:43:57: Erklär das mal.

00:44:00: Ja, ich glaube, Agrabie ist was.

00:44:04: Ich finde, es ist eine Voraussetzung, dass man in seinem Job alles erdenklich mögliche tut, was in seiner Hand liegt und alle Dinge eben auch dann Umsetz vorbereitet.

00:44:20: Das ist eine Grundvoraussetzung.

00:44:25: Die Gelassenheit muss man.

00:44:27: im Laufe der Zeit lernt man die, dass man sich aneignen muss in verschiedenen Situationen.

00:44:38: Wenn ich jetzt so weit denke, die Konsequenz, das ist glaube ich das Wichtigste, dass man eine Konsequenz und Konsequenz führt.

00:44:48: Das heißt nicht, dass man Konsequenz führt mit der berühmberüchtigen harten Hand und der harte Hund, sondern auch Konsequenz heißt eben auch, vielleicht auch Konsequenz, was seinen Weg zu verlassen.

00:45:04: weil man vielleicht sich auf dem Holzweg befindet.

00:45:06: Auch das ist eine Konsequenz.

00:45:08: Ich bin ja immer bei mir selbst das auch bei sich zulässt.

00:45:12: Wenn da eine gewisse Gelassenheit dazu kommt, deswegen finde ich gelassene Konsequenz, finde ich eigentlich ein guter Begriff.

00:45:19: Dann nehmen wir den doch mal gelassene Konsequenz.

00:45:22: Und wenn du sagst auch diese Konsequenz, die heißt ja oftmals auch Grenzen setzen, wie gut bist du denn darin, böse zu sein, mal überspitzt formuliert torsten?

00:45:34: Ich glaube, dass viele sehr überrascht sind über Momente, mit denen man nicht rechnet.

00:45:43: Also ich bin gerne unberechenbar.

00:45:45: Das heißt nicht, dass ich dann in dieser Unberechenbarkeit Vielleicht bin ich auch manchmal gegen den Strom schwimmend.

00:45:53: Das ist mir wichtig.

00:45:55: Es gibt oft mal einen Tag, ich grüße das Murmeltier, da bin ich eher, was das angeht, in so einer Variabilität, dass ich eher in Momenten eher unberechenbar bin und man mit den Dingen gar nicht rechnet, wie ich jetzt vielleicht das eine oder andere dann auch sehe.

00:46:17: Und das hat mit mir nichts mit Bösen sein zu tun, sondern eher diese Unbrechenbarkeit.

00:46:22: Dass man auch mal auch schweigen ist eine sehr gute Kommunikation manchmal.

00:46:29: Und die muss auch gelernt sein.

00:46:33: Du beherbst du das?

00:46:36: Ja, das glaube ich schon.

00:46:38: Auch aushalten, schweigen und aushalten.

00:46:40: Ja,

00:46:42: das stimmt.

00:46:44: Wenn man hört, dann vielleicht nicht gerade Anfall, das ist ja realistisch.

00:46:47: Das

00:46:49: passt, also ich bin ja froh.

00:46:51: Aber

00:46:52: genau das ist ja das, was ich meine, mit oben berechenbar.

00:46:54: Es gibt den Torst lieber nicht in seiner Funktion.

00:47:03: Aber auch da ist es wichtig, dann authentisch zu sein.

00:47:07: Dann bist du wieder bei diesem Gefühl, bei der Emotionalität.

00:47:11: Ich bin froh, dass du redest Thorsten, das by the way.

00:47:14: Also mach weiter so, wir haben noch ein, zwei Fragen Thorsten.

00:47:20: Und die eine Frage ist definitiv nochmal wichtig für mich, weil dieses Verschreiben, was wir am Anfang hatten, diese Identifikation, dieser Motor, die Liebe, die immer da ist, dann habe ich mich gefragt, wie geht denn dieser Thorsten Lieberknecht dann mit Krisen um, mit Rückschlägen, mit Entlassung?

00:47:37: Also wenn so ein, so, ja, wie so nach einer... nach der Trennung in der Partnerschaft gefühlt.

00:47:44: Wie bleibst du zurück?

00:47:45: Stell ich mir das so richtig vor, dass es wirklich so ein Schmerz ist.

00:47:49: oder bist du dann dieser professionelle Trainer, von dem du ja auch Freund gesprochen hast, den du ja auch in dir trägst.

00:47:55: Deswegen da mal die Frage, wie gehst du damit um?

00:47:59: Wie bist du damit umgegangen?

00:48:02: Wie sehr schmerzt so eine Niederlage am Wochenende oder dann am Ende vielleicht eine Entlassung?

00:48:09: Also Niederlagen, Die Schmerzen, ja.

00:48:13: Aber auch da habe ich gelernt, damit umzugehen, die relativ schnell jetzt mittlerweile abzuhagen, in der Fachlichkeit zu bleiben.

00:48:22: Und bleibt nur die Analyse des Spiels und mit der Mannschaft zusammen.

00:48:26: Und das ist das, was man beeinflussen und tun kann.

00:48:31: Aber auch da, das war ein Lernprozess über all die Jahre in Weg.

00:48:34: Also in meiner Anfangszeit bei Braunschweig.

00:48:38: Ob das jetzt als U-IX Trainer war oder eben dann im Profibereich, da hat eine Niederlage, die ging so lange bis das nächste Spiel eben gewonnen wurde.

00:48:47: Das habe ich sehr lange mit mir genommen.

00:48:50: Aber irgendwann habe ich eben halt auch angefangen, daran zu arbeiten und zu merken, dass die Analyse das Tool überhaupt ist, was du tun kannst.

00:49:04: Dann mit den Entlassungen.

00:49:06: Ich habe jetzt gar nicht so viele Vereine gehabt, jetzt in den alten Jahren, mit Braunschirg, Duisburg, Darmstadt und jetzt Kaislautern.

00:49:14: Ich bin eigentlich nur einmal entlassen worden.

00:49:17: In Braunschirg war es eben so, da ist der Vertrag nicht verlängert worden nach nach fünfzehn Jahren.

00:49:26: Nein, das war sehr hart, weil das natürlich auch nur sehr für beide Seiten eine sehr prägende Zeit war.

00:49:34: Also auch da, zum Beispiel, warum um das halbliche Sagen es gab, als es fertig war in Braunschweig, kam auch irgendwann, hat es bei uns an der Haustür geklingelt, standen zwei... Jungen Mädchen da, haben mir ein kleines Geschenk überreicht und sagten, sie sind froh, dass sie jetzt sagen können, sie sind die Generation Lieberknecht.

00:49:55: Das war mit das schönste Kompliment, was ich hier bekommen habe.

00:49:58: Das kennt man da jetzt auch gar nicht.

00:50:02: Das war sehr schmerzhaft, weil ich ... Keine Gelegenheit, mich auch dementsprechend, das war zumindest mein Gefühl, dort auch dementsprechend zu verabschieden.

00:50:13: Die Gelegenheit wurde mir genommen, aber das haben wir alles im Raum schon irgendwann mal besprochen und darüber gesprochen, sodass ich auch meinen Segen gefunden habe.

00:50:24: Da habe ich sehr lange, hatte ich da ja gekämpft mit der Situation.

00:50:34: Aber sie war wichtig.

00:50:35: um das Ganze zu verstehen, um auch die Hätte des Fußballs eben halt auch zu verstehen.

00:50:43: Da war als was danach kam, dann die einzigste bisher Entlassung war eben in Duisburg.

00:50:54: Da war das für mich so.

00:50:56: was war mein tun dafür dass ich jetzt entlassen worden bin da?

00:51:02: das war mir nicht ganz schlüssig aber es war eben halt auch dann die Situation das muss mal mal angenommen, hingenommen hatte, dass es im Gründe gab, aus Sicht des Vereins, die Arbeit zu beenden.

00:51:17: Und dann bin ich da auch in der Reflexion, da ist okay, was gab es jetzt in dieser Zeit, wo ich sage, das möchte ich dann grundsätzlich, sollte mir das nicht mehr passieren, mich besser machen.

00:51:27: Und in Darmstadt bin ich eben halt von mir ausgegangen, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass es der richtige Zeitpunkt ist.

00:51:39: jetzt als Gast den Verein zu verlassen.

00:51:43: Das Zimmer

00:51:45: zu räumen.

00:51:48: Einfach weil man auf seinem Bauch gehört hatte und weil man auch dort gut rausgehen wollte.

00:51:56: und ich glaube das ist mir in Darmstadt, ich glaube dann aber auch uns in Darmstadt gut gelungen, dass wir da habe ich nicht alltäglich einfach meine ganz sauberen Lösungen gefunden hat, angeschlossen von mir damit.

00:52:13: Und das ist immer der Wichtigste.

00:52:15: Das Wichtigste ist immer der Verein, dass der eben halt weiter erfolgreich bleibt.

00:52:20: Und da kann man dann auch mal zurücktreten und das habe ich dann dort gemacht.

00:52:24: Und das war jetzt auch wieder ein Erkenntnis, die aber auch gut getan hat, weil man einfach auch diesen Schritt getan hat.

00:52:33: Und auch dort mal im Zeichen, du setzt im Fußball, was es vielleicht so noch nicht gab.

00:52:39: Und hier beim STK, du möchtest eigentlich jetzt noch gar nicht so erleben.

00:52:43: Nein, nein, da wollen wir noch nicht drüber.

00:52:44: Nein,

00:52:45: nein, nein.

00:52:48: Das lassen wir jetzt mal bitte.

00:52:49: Also das mit dem Gast als Trainer zu Gast zu sein im Hause des Vereins.

00:52:55: Das Bild nehme ich schon mal mit.

00:52:57: Das gefällt mir und das mit der gelassenen Konsequenz auch und auch diese Analyse.

00:53:01: Also jeweils immer wieder neu zu starten.

00:53:04: Also das schon mal ganz spontan so an.

00:53:07: an Dingen, die mir gerade hängen geblieben sind, denn wir kommen hier aus

00:53:10: der Breding.

00:53:10: Es ist ganz wichtig, dass du das Wort Abnutzung kennst.

00:53:15: Wenn du das Wort Abnutzung nicht zulässt, dann kannst du auch nicht lange in einen freien Arbeit, also dämpfe auch um das Wort oder mit dem Wort Abnutzung.

00:53:26: Man kann sich abnutzen, man kann aber auch was dafür tun, dass man sich nicht abnutzt, indem man eben halt auch offen ist.

00:53:35: sich in der Frage und eben nicht nur sich sieht und seinen einzigsten Weg sieht und der ist nur richtig.

00:53:41: Das ist aus meinem Gips nicht.

00:53:44: Das ist die Offenheit halt ganz ganz wichtig, glaube ich, da auch die Perspektiven andere eben zuzulassen und das, glaube ich, ist ein Grundbaustein, vielleicht dafür dann auch länger zu bleiben, dann sich auch dieser Meinung auch anzunehmen, ja, Abnutzung.

00:53:59: Das nehme ich gerne mit, bevor wir zur letzten Frage kommen, Thorsten, und die stelle ich den Trainern immer, so am Ende.

00:54:06: Welche drei Trainer haben dich denn geprägt, beeindruckt, so ein Stück weit Vorbild gewesen?

00:54:16: Ich habe in einem Interview von dir gelesen, dein Vater war da eine sehr wichtige Person, der erste Als auch beste Trainer habe ich irgendwo gelesen.

00:54:25: Nein, das war in paktes Interview.

00:54:31: Meine Eltern waren sehr wichtig.

00:54:34: Wir waren eigentlich immer noch, wie gesagt, meine Eltern leben jetzt nicht mehr.

00:54:38: Meine Brüder, aber wir waren so eine klassische Fußballer-Familie.

00:54:42: Also Fußball stand immer bei uns groß in Vordergrund.

00:54:45: Ich hatte immer gute Jugendtrainer, das muss ich sagen.

00:54:49: Das waren oftmals damals noch meistens die Spiele aus der ersten Mannschaft, die dann halt auch bereit waren, die Jugend zu trainieren.

00:54:59: Genau.

00:55:00: Und da musste ich sagen, da bin ich immer in den Genuss gekommen, eben mit wirklich... Einmal war es der Vorstopper, der dich trainiert hat.

00:55:08: Der hat dir etwas beigebracht.

00:55:09: Das Jahr später war es dann der Zehner, der dir die Technik beigebracht hat.

00:55:15: Dann kam mir irgendwann der Stürmer.

00:55:16: Also da hatte ich eigentlich immer das Glück, einen guten Jugendtrainer zu haben.

00:55:21: Aber du hast die Frage, um dir zu wandern.

00:55:24: Genau.

00:55:25: Das waren ganz, ganz stark geprägt und der mich wahnsinnig ... Vielleicht auch ein Ticken zu Boden ständig dann auf dem Profi-Bereich vorbereitet hat, aber der mir sehr viel mitgegeben hat.

00:55:43: Das war mein A-Jugendrainer hier in Kaiserslautern, der Ernst-Diel, weil er dich wirklich perfekt dann, wenn er das Talent erkennt hatte, auf dem Profi-Bereich vorbereitet hatte.

00:55:57: der dir viele Werte mitgegeben hat, im Profi-Bereich anzukommen.

00:56:02: Und ja, gerade was das Verhalten angeht, und vor allem das sehr teamorientiert denkende Trainer da sein.

00:56:13: Das war ein Stil, das war immer noch der stark prägende ... Toller

00:56:19: Jugendtrainer, Ernst Stil, also wirklich.

00:56:21: Wahnsinn, ja.

00:56:24: Und dann kam ... Und dann kam tatsächlich Karl-Heinz Feldkamp hier in Kaiserslautern, den ich allerdings in einer Stufe stehen würde mit Uli Stielicke, den ich hatte, der unglaublich fachliches Wissen hatte.

00:56:40: Aber Karl-Heinz Feldkamp war eine sehr gelassen, konsequente Person und Trainer, der eine unglaubliche Ausstrahlung hatte.

00:56:55: von dem ich, wenn ich so einen Rückblick darüber nachdenke, eben halt auch viel dieses Trainer-Ausstrahlung gelernt habe.

00:57:09: Wie wichtig das ist, genau.

00:57:11: Und die absolut prägenste Figur, der dir dann den Trainer Job eben halt auch sehr nahe gebracht hat, der dich hat mitgenommen, so in dieses Trainerwissen oder auch das Trainer da sein.

00:57:27: Das war Wolfgang Frank bei Mainz und Schünft, weil er letztendlich hat er alles vereint, was für Mischen einen perfekten Trainer ausmacht.

00:57:41: Perfekte Mannschaftsführung, perfekte Fachlichkeit, aber auch eine hoche leidenschaftliche Emotionalität zu sein spielen.

00:57:52: Sie quasi als Familie zu sehen, das war mit Sicherheit neben seinen taktischen Mauerhauber.

00:58:02: Das war absolut der prägenste.

00:58:05: Und diese drei Plus in Klammern, Uli Stilke, weil er

00:58:09: ... Genau, Uli Stilke.

00:58:11: Weil er wirklich auch eine ... Also das, was man immer, das Bild von Uli Stieliger, wenn du ihn kennenlängst, auf dem Platz, ist ein komplett falsch fatales Bild.

00:58:26: Wenn du heute Uli Stieliger wahrscheinlich über ihn sprichst, dann kommst du nur noch auf das wahrscheinlich heute stilprägende Sago.

00:58:37: Kommst du wahrscheinlich auch darauf zu sprechen, aber der war unglaublich, gerade für junge Spieler, Ein klasse Fachmann, der wirklich sehr im Detail genau Fehler aufgezeigt hat, die man verbessern kann.

00:58:56: Also deswegen würde ich keine Beine machen.

00:59:01: Ich würde jetzt aus drei, vier machen wollen, wobei alle eins sind.

00:59:07: Sie waren alle klasse.

00:59:09: Du darfst das.

00:59:10: Vier tolle Namen tatsächlich.

00:59:13: gerade auch Wolfgang Frank natürlich.

00:59:16: Jard Thorsten, vielen, vielen Dank für die letzte Antwort, aber auch für alle anderen.

00:59:22: Nehmen wir wirklich erfrischend schöne Gedanken zum Thema Umgang, Leadership mit.

00:59:28: Ich hoffe, die Zuhörger und Zuhörerinnen auch hat großen Spaß gemacht.

00:59:32: Ich wünsche dir euch eine erfolgreiche Rückrunde.

00:59:35: Was das bedeuten würde, wissen wir alle.

00:59:40: den Traditionsfallen aus der Falz die Daumen und ja, schön, dass es mit uns beiden geklappt hat Thorsten und auf ein persönliches Wiedersehen dann irgendwo und irgendwann.

00:59:49: Vielen Dank.

00:59:49: Danke, danke dir.

00:59:51: Tschüss, gute Zeit.

00:59:52: Tschüss,

00:59:53: ciao.

00:59:54: Ciao.

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