# Michael Becker
Show notes
Als Michael Becker 2018 Geschäftsführer des Karlsruher SC wurde, war die Lage angespannt: der verpasste Aufstieg in die 2. Liga gegen Erzgebirge Aue, hoher Erwartungsdruck, strukturelle Müdigkeit – und ein Traditionsverein, der sich neu ausrichten musste.
Für Becker, der als Sohn der KSC-Legende Edmund „Ede“ Becker im Wildpark groß geworden ist, war diese Aufgabe nicht nur berufliche Herausforderung, sondern auch tief mit seiner Herkunft verbunden. Sieben Jahre später ist aus diesem Neubeginn ein fundamentaler Wandel geworden. Becker ist heute Sprecher der Geschäftsführung und gemeinsam mit Sportgeschäftsführer Mario Eggimann für die strategische Ausrichtung des Klubs und den sportlichen Erfolg verantwortlich.
Aus einem kleinen Verwaltungsapparat ist eine Organisation mit mehreren hundert Mitarbeitenden geworden, gestützt von einem neuen Stadion, professionellen Strukturen und klaren Werten. Der KSC wirkt heute moderner, mutiger und strategisch gefestigter als noch vor wenigen Jahren.
Im neuen LEADERTALK spricht Becker mit Business-Coach und Host Mounir Zitouni offen darüber, wie dieser Weg möglich war: über konsequente Entscheidungen, über die Kraft von Gelassenheit und Bodenständigkeit, die er auch von seinem Vater übernommen hat, über Widerstände und Dynamiken in einem emotionalen Umfeld – und über eine Führungskultur, die auf Transparenz, Dialog und Verantwortung basiert.
Und Becker spricht über ein Ziel, das zeigt, wie weit der Klub inzwischen denkt: Der KSC will sich langfristig unter den Top 20 in Deutschland etablieren. Ambitioniert, aber strategisch begründet – getragen von einer wachsenden Region, einer treuen Fanbasis, wirtschaftlicher Stabilität und einem klaren, nachhaltigen Plan für die Zukunft.
Ein Gespräch über Führung und Herkunft, über Mut und Modernisierung, über Wandel und Haltung – und über die Überzeugung, dass der Karlsruher SC am Anfang einer neuen, selbstbewussten Ära steht.
📌 Die Folge mit Michael Becker:
- 00:00:00 - Intro und Vorstellung
- 00:03:53 - Aufwachsen mit dem KSC
- 00:05:42 - Von Sandhausen nach Karlsruhe
- 00:07:06 - Identifikation kostet Kraft
- 00:09:41 - Ede Beckers Erbe
- 00:10:58 - Entwicklung des KSC
- 00:15:57 - Austausch mit Trainer Eichner
- 00:17:45 - Beschwerliche sieben Jahre
- 00:22:49 - Zeitgemäßes Leadership
- 00:30:03 - Die Top 20 in Deutschland
- 00:33:14 - Verhältnis zu Mario Eggimann
- 00:39:04 - Leuchtturm KSC
- 00:43:48 - Das sagt Papa Becker
- 00:45:03 - So tickt der Karlsruher Fan
- 00:47:21 - Die neue Wildpark-Stimmung
- 00:48:32 - Perspektive Aufstieg
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Show transcript
00:00:00: Wir hatten dann irgendwann das Glück in den letzten Jahren, dass so ein bisschen so ein Spirit aufkam, dass man alles verändern konnte.
00:00:10: Man hat natürlich auch schnell Erfolge erzielen können, was Umsätze angeht, was Einnahmen angeht, sodass es immer weiter ging, immer weiter ging und die Widerstandstände Stück für Stück geringer wurden.
00:00:22: Das ist dann nochmal ein bisschen extremer geworden, als diese Umstrukturierung im Sport stattfand, wo man sich vom Oliver Kreuzer getrennt hat, weil das natürlich Man hat da an der Herzkammer, würde ich jetzt sagen, agiert.
00:00:32: vorher hat man ja viel drumrum verändert, aber dann ist man in die Herzkammer gegangen und hat da nochmal eine komplette Restrukturierung vorgenommen.
00:00:38: Da gab es natürlich schon nochmal ordentlich Gegenwind, auch von außen, auch von innen, von Creme in Teilweise.
00:00:47: Für uns geht es ja darum, schon irgendwann mal sportlich den nächsten Schritt zu machen.
00:00:51: Wir haben langfristig das Ziel, in die Top-Twenty Deutschland zu kommen.
00:00:56: Das ist natürlich sehr, sehr ambitioniert.
00:00:58: Das ist uns auch bewusst.
00:00:59: Die Schere zwischen Bundesliga und Zweiterliga ist immer größer geworden, insbesondere durch die TV-Geldthematik.
00:01:05: Allerdings ist es so, dass natürlich der KSC im Gegensatz zu vielen anderen Clubs ein sehr, sehr großes Potenzial hat.
00:01:12: Wir haben eine sehr steige Stadt, wir haben eine extrem große Region.
00:01:16: eine super tolle Fanbasis über ein Jahrhundert mittlerweile gewachsen als Traditionsverein.
00:01:22: Und dieses Fund haben nicht so viele, das tolle Stadion haben auch dazu, wo entstanden ist, sodass wir schon glauben, dass die Wahrscheinlichkeit bei uns höher ist.
00:01:32: sich in der Bundesliga zu etablieren, wie vielleicht beim einem oder anderen Club, der das schon erreicht hat.
00:01:38: Wir wissen, dass das ein großer Schritt ist.
00:01:40: Wir setzen uns da jetzt auch nicht unter Druck, bleiben auch bei unserem Weg, dass wir Stück für Stück investieren, aber jetzt nicht ins Casino gehen und irgendwelche verrückte Sachen machen.
00:01:57: Hier ist Munir Zituni und ich unterhalte mich mit bekannten Persönlichkeiten aus dem Fußball über ihren Werdegang, ihre Lebensphilosophie und Ansichten.
00:02:06: Können wir etwas von
00:02:07: diesen Menschen lernen?
00:02:08: Dieser Frage gehe ich in meinem Podcast nach und wünsche euch viel Spaß in meiner neuen Folge.
00:02:21: Zeit für einen neuen Leader Talk, der vorletzte des Jahres.
00:02:28: Mein Gast der Geschäftsführer vom Karlsruhe SC, Michael Becker, einundvierzig Jahre alt und ich freue mich sehr, mit einem Menschen zu reden, Überführung, Überwerte, der einen Traditionsverein wie den Karlsruhe SC seit einigen Jahren vorsteht und führt.
00:02:44: Vielen Dank, Michael, dass du heute dich zur Verfügung stellst für dieses Gespräch im Rahmen des Leader Talks.
00:02:51: Ja, hallo Bonia, schön hier zu sein.
00:02:53: Ja, und was soll ich sagen?
00:02:56: Ich meine, du wirst Immer mal wieder darauf angesprochen, der Name Becker steht in Karlsruhe natürlich auch für deinen Vater Edmund Becker, Edde Becker, der eine Legende ist in Karlsruhe.
00:03:07: Das muss man so sagen, viele Jahre Trainer gewesen ist, ein Bundesliga Aufstieg hinbekommen hat.
00:03:12: Und ja, wir werden dieses Thema natürlich auch beleuchten, was es auch für dich bedeutet hat, als Sohn von Edde Becker im Umfeld des Karlsruhe SC groß zu werden.
00:03:21: Du bist dann relativ erfolgreich in der Wirtschaft gewesen, hast ein Softwareunternehmen aufgebaut.
00:03:27: war es bis zum Jahr beim SVSanthausen
00:03:31: als
00:03:32: Marketingleiter.
00:03:33: Und ja, und im November zum Jahr, ging es dann zu der großen Liebe, dem Karlsruhe SC, auch als Leiter Marketing und seit August, den Geschäftsführer des Karlsruhe SC und eben seit dem Jahr auch Sprecher der Geschäftsführung.
00:03:54: bis in einer Zeit groß geworden, wo dein Vater durchaus durch seine Trainer-Tätigkeit in der Jugend, in der zweiten Mannschaft, in der ersten Mannschaft den KSC wirklich geprägt hat.
00:04:05: Wie sah denn so deine Kindheit aus mit diesem Hintergrund, mit dieser Verbindung zum Karlsruhe SC?
00:04:11: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:04:14: Zunächst mal hatte ich eine sehr schöne Kindheit.
00:04:17: Natürlich war das Fußball Der Fußball immer Thema, weil natürlich im Fußball ja sowieso privates und geschäftliches oft miteinander zerfließt.
00:04:27: Auch wenn man natürlich hier im Umfeld unterwegs ist.
00:04:31: Als kleinkind oder als kleines Kind hatte ich glaube ich den Vorteil, dass mein Vater da ja noch Profifußballer war, zumindest noch ein, zwei Jahre.
00:04:40: Und er dann natürlich auch zum Beispiel mittags immer zu Hause war.
00:04:43: Das war glaube ich schon ein Privileg, das man jetzt nicht so oft hat und natürlich hat mich dann der Fußball und der Karlsruhe auch immer begleitet dann über meine Jugend bis heute natürlich auch.
00:04:55: Und was verbindest du denn so mit dem Wildpark, Gerüche, Bilder?
00:05:00: Was kommt da hoch, wenn du mal so in den Änderungen kramst?
00:05:05: Ja, ich war ja schon sehr früh dann auch bei den Spielen mit dabei.
00:05:09: Welches Spiel genau sind wir immer noch am Rätseln?
00:05:12: Ich glaube, das müssen wir noch mal genau recherchieren.
00:05:15: Da gibt es ja so ein paar Quellen vielleicht, aber es waren dann ja unzählig viele Spiele, egal ob auswärts oder daheim, wo ich dann mit dabei sein durfte.
00:05:22: Und es ist natürlich klar, dass man da schon eine enge Beziehung um so ein Club aufbaut.
00:05:29: Natürlich lernt man dann auch, wenn man so nah dran ist, die Schattenzeiten kennen, wenn es mal sportlich nicht so läuft, was für ein Druck dann da herrscht auf die Verantwortlichen, auf den Schäftrainer herrscht, sodass man dann da auch einen guten Einblick dran hatte.
00:05:42: Und wie sehr ist es denn auch jetzt ein Wunsch gewesen, von dir auch irgendwann mal für diesen Verein tätig zu werden?
00:05:51: War das wirklich eine greifbare Idee so, dass man das in jungen Jahren sich mal selbst gesagt hat, wie hat sich das für dich so entwickelt?
00:06:04: Ja, also interessanterweise war es jetzt nie das genaue Ziel oder ein klares Ziel, in dem Fußball zu arbeiten.
00:06:10: Jetzt sagen wir mal, sportlich war es eh nicht ein Thema, weil ich eher im Amateurfußball unterwegs war und jetzt auch das Talent hatte, war aber auch nie ein Thema, auch in der Familie nie ein Thema.
00:06:21: Und beruflich war es so, dass ich da auch einen anderen Weg zunächst eingeschlagen habe und dann am Ende eher zufällig auch ein bisschen in den Fußball gekommen bin.
00:06:33: Der Weg zum KSC lag dann vielleicht auch ein bisschen auf der Hand, wenn man schon im Fußball tätig war.
00:06:40: Aber den Einstieg in den Fußball durfte ich ja beim SV-Santhausen machen.
00:06:44: Und das ist eigentlich eher zufällig passiert, weil wir da mit unserem Unternehmen, das wir gegründet hatten, einfach da im Sponsoring tätig waren und das dann ja verkauft hatten.
00:06:53: Und da einmal ein gewisser Bedarf entstanden ist zu dieser Zeit, weil der Club auch damals sehr gewachsen ist in der zweiten Bundesliga noch.
00:07:00: Und deswegen kam ich da dann eigentlich eher zufällig an diese Position.
00:07:07: Jetzt ist es ja durchaus so, mit so einer Verbindung zum Verein über den Vater, ist es ja durchaus so, dass man emotionale Verbundenes mit diesem Verein einfach macht, dass das arbeiten leichter oder schwieriger, also weil diese Identifikation natürlich mitschwingt.
00:07:21: Also natürlich jeder Verantwortliche will erfolgreich sein, identifiziert sich mit seinem Verein, aber das ist auch noch mal eine andere Geschichte.
00:07:28: Inwieweit ist da so ein Unterschied auch bei dir zu spüren?
00:07:33: Ja, also nach der Zeit, ich bin ja jetzt schon ein paar Jahre Geschäftsführer, ist es, glaube ich, gibt es positive Aspekte dran, aber vielleicht auch ein paar negative Aspekte dran.
00:07:43: Natürlich hilft eine enge Verbindung auch zum Club.
00:07:47: Man ist nah dran, man kennt die Regionen, der KSC ist immer Thema, man kriegt immer Feedback, auch im persönlichen Umfeld, was Freunde angeht, was Familie angeht, aber umkehrschluss.
00:07:58: der KSC ist dann auch immer Thema.
00:08:00: Also man kann natürlich nicht so oft abschalten.
00:08:03: Wenn ich jetzt vielleicht Geschäftsführer in Hamburg wäre oder in Berlin oder sonstwo, wo große Städte sind, wo es alles ein bisschen anonymer ist, wo man vielleicht auch nicht aufgewachsen ist, wäre das sicherlich anders hier.
00:08:14: Es ist einfach eine andere Situation.
00:08:16: Es ist aber nicht so, dass mich die Belastung im Gegenteil des Positiv überwiegt da ganz klar.
00:08:21: Da wollte ich trotzdem nochmal nachhaken, wenn du erlaubst.
00:08:25: Also wie schaffst du denn es dann so dir deinen Raum auch zu nehmen, also die Erholung, die du da auch brauchst, alle Augen auf dich?
00:08:32: Ich meine, du bist verantwortlich für die Ausrichtung, für die Strategie auch mit verantworten.
00:08:37: Natürlich für den Sport auch, wenn es da ein Mario Eggiemann gibt als Geschäftsführersport.
00:08:42: Wie schaffst du es, diese Balance zu halten in so einem Umfeld, was dich einfach auch emotional vielleicht mehr packt als woanders?
00:08:52: Ja, also zunächst mal bin ich jemand, den man jetzt nicht so leicht aus der Ruhe bringen kann.
00:08:57: Das habe ich vielleicht auch ein bisschen von meinem Vater dann mitbekommen, bei ihm ist sehr ähnlich.
00:09:02: Und ich glaube, das braucht man natürlich auch, um im Fußball beziehungsweise irgendwo zu arbeiten, wo man so ein dynamisches, emotionales Umfeld gepaart mit Medien da und auch hat.
00:09:11: Weil am Ende geht es, glaube ich, dann schon auch in die Gesundheit.
00:09:14: Und man legt sich da natürlich grundlegend, hat sich schon eine Gelassenheit.
00:09:19: Und ich glaube, das hat sich über die Jahre da noch verstärkt, dass man einfach dann die Dinge einzuordnen weiß.
00:09:25: Und das man natürlich auch, wenn man jetzt hier beim KSC arbeitet, zwar in einem emotionalen Umfeld arbeitet, aber buchstäblich eigentlich das KSC-Trikot an der Eingangstür, an der Bürotür ablegen muss, weil ansonsten mal einfach keine rationalen Entscheidungen mehr trifft.
00:09:42: Du sagst gerade so, dein Vater tatsächlich, der stand für so eine Gelassenheit, für eine Ruhe.
00:09:48: Man hatte so immer den Eindruck, denn den wirft so schnell nichts
00:09:50: um.
00:09:53: Vielleicht sogar auch etwas, was du mitbekommen hast, auch die abgeschaut hast.
00:09:57: Ich meine in so einem Umfeld, wo es eben um Siege geht, um Aufstiege, wo die Erwartungshaltung groß ist, braucht es eben genau das.
00:10:06: Gelassenheit und diese Souveränität auch.
00:10:11: Hast du dir da was abgeschaut von deinem Vater oder an der Summe auch gefragt?
00:10:16: Hat dein Vater einfach auch Eigenschaften gehabt, die im Fußballmilieu einfach gefragt sind?
00:10:21: Ja, das kann man auf jeden Fall bejahen.
00:10:23: Ich glaube, bei jeder Person ist es so, dass die Eltern und das Umfeld ja relativ viel mitgeben.
00:10:29: Man hat eine Grundprobrägung und vieles ist dann, was man über die Jahre einfach dazu lernt.
00:10:35: Manchmal lernt man vielleicht auch Dinge, wo man vielleicht anders macht.
00:10:37: Das ist, glaube ich, ganz normal.
00:10:39: Es hat jetzt nichts zu tun, dass jetzt der Vater mal im Fußball oder im Fußball tätig ist.
00:10:43: Das glaube ich bei jeder Person so.
00:10:45: Aber man kann schon sagen, dass so das Thema Gelassen, Bodenständigkeit, sich so nicht so leicht aus der Ruhe bringen zu lassen, schon eine Eigenschaft ist, die bei uns in der Familie auch der Fall ist und die ich dann gut lernen konnte über die Jahre.
00:10:58: Und wenn du jetzt mal auf den Karlsruher SC schaust, auch die Wahrnehmung des Karlsruher SC, so unabhängig auch von der von der sportlichen Entwicklung.
00:11:06: Ihr steht momentan sehr gut da, gute Perspektiven.
00:11:09: Ihr habt einen tollen Trainer.
00:11:10: Das kann ich an der Stelle auch mal sagen mit Christian Eichner.
00:11:14: Was gefällt dir an der Wahrnehmung des KSC und was missfällt dir?
00:11:20: Ja, wir haben ja eine gewisse Entwicklung hinter uns.
00:11:23: Also, ich würde sagen, bis Mitte-Zwo-Tausend-Achzehn hatten wir jetzt nicht das beste Image, sowohl regional als auch national und haben da ja viel dafür getan, unter anderem wieder Teil der Karlsruher Gesellschaft zu sein, hier einfach wieder... ein Stück weit in der KSZ Namen zu haben und auch darüber hinaus.
00:11:46: Der KSZ steht für eine absolute Tradition, für eine hohe Identifikation, die auch die Mannschaft lebt.
00:11:51: Das sieht man ja auch wieder, dass es uns immer wieder gelingt, dann Spieler zu integrieren, die auch einen Bezug haben zur Region.
00:12:00: diese hohe Leidenschaft, diese Traditionen, die der Klub hat und die unheimliche Strahlkraft, die natürlich so ein Traditionsverein hat.
00:12:07: Er ist einfach immer Thema in guten wie in schlechten Zeiten.
00:12:11: Also du verkörpersst das selbst ja auch.
00:12:13: Also Werte, die du auch bei Spielen sehen willst, diese Identifikation mit dem Verein, dafür stehst du ja auch selbst.
00:12:21: Das heißt, das liegt ja in der Natur der Sache, dass ihr dann dahin gehend auch nach nach mehr Mentalität schaut, also mit Spielern, aber auch Mitarbeitenden, die sich genauso auch mit dem Verein identifizieren, wie du, ist das so der Anspruch?
00:12:36: Ja, schon absolut.
00:12:37: Jetzt ist es so, dass wir ja in dem Verwaltungsbereich Mitte-Zw-Achzehn so rund zwanzig Mitarbeitenden hatten, also sehr klein waren, was die Strukturen angeht.
00:12:49: Aktuell, jetzt sieben Jahre später sind wir über hundert.
00:12:53: hundert Angestellte über hundert Mitarbeitende.
00:12:56: Und das Schöne war natürlich, dass wir dieses Personal schon handverlesen konnten.
00:13:02: Und da war natürlich schon immer für uns auch wichtig, dass eine fachliche Eignung da ist.
00:13:10: mindestens genauso wichtig, wenn nicht noch ein Tick wichtiger, war uns eigentlich, dass der, dass der jene verinhaltlich zu uns gepasst hat, zu unseren Werten hat, also das gelebt hat oder lebt das, was für uns beim KSC wichtig ist, diese Werte.
00:13:23: Und ich war bis vor zwei Jahren, glaube ich, auch noch bei jedem Vorstellungsspräch mit dabei.
00:13:28: Mittlerweile sind wir natürlich so groß und haben natürlich auch insbesondere auf der zweiten Führungsebene mit den Direktoren sehr gut aufgestellt, sodass dann hohes Vertrauen da ist, dass eben jetzt, wenn die Neueinstellungen jetzt wieder gemacht werden, haben wir immer noch dann auch diese Werte wieder beachtet werden bei den Einstellungen.
00:13:48: Und nochmal zu meiner Ursprungsfrage.
00:13:52: Was missfällt dir im Moment auch so, wenn man über den Karlsruhe SC redet oder wenn man auf den Karlsruhe SC schaut, gibt es da etwas, was dir da direkt in den Sinn kommt.
00:14:02: oder sagst du, Mensch, die Entwicklung ist gut, alles soweit passt es oder gibt es da etwas, was dir auch nicht so gefällt?
00:14:09: Ja, ich glaube insgesamt haben wir jetzt schon einen tollen Ruf uns über die Jahre erarbeitet.
00:14:15: Wir haben natürlich durch Testmaß mal vielleicht längere Zeit jetzt im Profifußball nicht so präsent waren, fehlt uns national glaube ich einfach ein bisschen die Lobby.
00:14:23: noch in der Politik vielleicht ein bisschen die Lobby, kann aber auch ein regionales Thema, weil natürlich starke Konkurrenz auch einfach in Baden-Württemberg dann auch da ist.
00:14:33: Aber grundsätzlich gibt es jetzt kein Thema, wo ich sage, das missfällt mir jetzt, wenn wer den KSC bewertet.
00:14:39: Und um wieder zurückzukommen zu den Sachen, die euch auch auszeichnen, also du schon seit Jahrzehnten in dieser Rolle, in dieser Position, das ist dein Eichner.
00:14:48: Ich glaube, der Trainer, der am längsten, fast in den ersten beiden Liegen so im Verein arbeitet, das ist ja kein Zufall.
00:15:00: Ja, also das ist ja schon auch bewusst gewählt, dass man einfach versucht, Leute hier mit dazuzuholen, die für den Club brennen, die idealerweise noch einen regionalen Bezug haben, die vielleicht früher mal als Spieler da waren.
00:15:12: Das hilft natürlich, weil es ist natürlich auch klar, dass der Fußball ein riesen Wettbewerb ist und insgesamt ein gutes Personal, egal ob es Spieler sind, aber auch mittlerweile Management, erst der zweite Führungsebene, normalen Mitarbeitende.
00:15:25: Da ist schon dann auch ein Kampf auf dem Arbeitsmarkt da, wie es in anderen Unternehmensbereichen natürlich auch ist und wir können da nie am meisten Geld bezahlen.
00:15:35: Das war schon immer so, da gibt es immer Clubs geben oder Unternehmen, die mehr bezahlen, aber wir können eben einen Umfeld bieten, in dem sich jeder entwickeln kann, in dem jeder relativ schnell eine sehr hohe Verantwortung bekommt, seine Ideen verwirklichen kann, sich selbst mit einbringen kann, um eben dann das gemeinsame Ziel zu erreichen.
00:15:57: Und wie muss ich mir so ein verhältenes Geschäftsführer Karlsruhe SC und Trainer vorstellen?
00:16:05: Trainer, der eben so lange auch im Verein ist.
00:16:08: Wie ist da so der Austausch?
00:16:10: Wie oft sprecht ihr?
00:16:12: Ja, das ist ja immer so ein bisschen auf die Konstellation zurückzuführen.
00:16:15: Also begonnen haben wir ja mit zwei Geschäftsführern, mit Oliver Kreuzer und mir damals noch.
00:16:20: Da waren aber insgesamt auch noch viel kleiner, dann auch im Sport.
00:16:23: Da waren sehr, sehr regelmäßiger Austausch.
00:16:26: Dann gab es ja die Zeit, wo ich alleiniger Geschäftsführer dann war, über zwei Jahre lang.
00:16:31: Da wurde das Ganze dann noch mal intensiviert.
00:16:33: Und jetzt natürlich ist er die Struktur noch mal größer geworden mit Timon Pals und mit Mario Eggemann, sodass natürlich das nicht mehr so intensiv ist, wie da, wo ich allein Geschäftsführer war, aber immer noch regelmäßig.
00:16:45: Und man tauscht sich eben aus.
00:16:46: Es ist auch wichtig, wie du zu Recht gesagt hast.
00:16:50: und am Ende müssen ja beide Seiten wissen, also es ist ja immer ein Spannungsverhältnis, der Christian Eichner als Trainer oder Chefstrainer allgemein, sind sehr, sehr kurzfristig unterwegs.
00:17:00: Man sagt ja auch so nette, oder nicht so nette, sie sind das schwächste Glied, aber ich glaube, wir beim KSC haben... haben wir schon bewiesen, dass wir das ein bisschen anders sehen und auch in Schwächephasen nicht gleich die Fassung verlieren und emotionale Entscheidungen treffen.
00:17:15: Und so gilt es, es auszutauschen, insbesondere gegenseitig Verständnis zu erzeugen für die Sicht.
00:17:21: Ich habe die sehr langfristige Sicht, die sehr kurzfristige Sicht und das geht es zusammen zu bringen, aber am Ende wollen ja beide erfolgreich sein und deswegen vereint dann wiederum das Gemeinsitz.
00:17:30: gemeinsam mit Ziel, auch wenn die Standpunkte mal konträr sind.
00:17:34: Das ist aber völlig normal.
00:17:35: Es gehört auch dazu, wichtig ist, dass man die Dinge offen ansprechen kann, sich gegenseitig auch mal die Meinung sagen kann und dieses Verhältnis ist da.
00:17:42: Und deswegen gibt uns ja der Erfolg auch recht in den letzten Jahren.
00:17:46: Jetzt, Michael, bist du einundvierzig, bist aber schon seit zwei Tausend Achtzehn auch in dieser Rolle.
00:17:50: Das heißt, mit vierunddreißig bist du da eingestiegen.
00:17:55: Wenn man dir so zuhört, also eine klare Haltung, klare Ausrichtung.
00:18:00: das Gefühl der Mann, der weiß, wo er herkommt, der weiß aber auch, wo er hin will.
00:18:08: Wie war das so mit den Widerständen auch?
00:18:10: Vielleicht auch die Familienkonstellation, hast du erst mal deine Sporen sehr, sehr gut in der Wirtschaft verdient, kommst auch dann von Sandhausen.
00:18:18: Wie siehst du so ein bisschen die Jahre auch, so deine Entwicklung, auch vielleicht die Widerstände?
00:18:23: Gab es Widerstände?
00:18:26: Wie ist es auch so?
00:18:27: Hat man dich auch von Anfang an auch ernst genommen?
00:18:29: Oder ist es jetzt auch schon ein Weg, wo du sagst, Mensch, wenn ich zurückschaue, da gab es auch ein, zwei schwierige Situationen für mich.
00:18:36: Ja, also zunächst mal ist er seit dem Jahr zwei Tausend Achtzehn ja wirklich kein Stein auf dem anderen geblieben und damit unheimlich viel verändert worden.
00:18:44: Und es ist jetzt auch kein Geheimnis, dass Veränderungen natürlich jetzt für Personen oder für allgemein Jetzt nicht mal was Schönes ist.
00:18:54: Also da ist man ja erstmal ein bisschen zurückhaltend.
00:18:55: Oh, es verändert sich was.
00:18:57: Es werden Dinge anders.
00:19:00: Da hat man erstmal eine gewisse Angst auch.
00:19:03: Es ist eine Ungewissheit da.
00:19:06: Wir hatten Anfangs natürlich... dann schon auch das Glück, dass ein extrem hoher Druck von den Stakeholders da waren.
00:19:12: Wir sind ja da, in dem Jahr zwei Jahrtausend, achtzehn leider nicht aufgestiegen, wieder direkt in die zweite Bundesliga, sind die Relegation gescheitert gegen Erzgebirge Aue und dann wurde natürlich auch der Druck von außenmassiv hoch, sodass gewisse Dinge einfach angepackt wurden und dass man auch Themen, die halt jahrelang plötzlich hergeschoben wurde, dann umgesetzt worden sind.
00:19:37: Wir haben aber heute auch immer noch Themen, wo konsequente Entscheidungen getroffen werden müssen.
00:19:42: Und die sind auch manchmal hart, also auch für einzelne Persönlichkeiten oder für einzelne Mitarbeitende hart, wenn man Entscheidungen trifft.
00:19:51: Aber das gehört natürlich in so einer Führungsposition allgemein dazu, dass man Entscheidungen trifft.
00:19:59: Wir hatten dann irgendwann das Glück in den letzten Jahren.
00:20:07: dass man alles verändern konnte.
00:20:09: Man hat natürlich auch schnell Erfolge erzielen können, was Umsätze angeht, was Einnahmen angeht, so dass es immer weiter ging, immer weiter ging und die Widerstandstände stieg für stieg geringer wurden.
00:20:22: Das ist dann nochmal ein bisschen extremer geworden, als diese Umstrukturierung im Sport stattfand, wo man sich vom Oliver Kreuzer getrennt hat, weil das natürlich, man hat da an der Herzkammer, würde ich jetzt sagen, agiert.
00:20:31: vorher hat man ja viel drumrum verändert, aber dann ist man in die Herzkammer gegangen und hat da nochmal eine komplette Restrukturierung vorgenommen.
00:20:38: Da gab es natürlich schon nochmal ordentlich Gegenwind, auch von außen, auch von innen, von Creme teilweise.
00:20:47: Aber... Der Erfolg gibt uns ja auch in diesem Bereich recht, dass es die richtige Entscheidung war, da einfach auch die nächsten Entwicklungen schrickzunehmen.
00:20:55: Wir konnten jetzt mit Max Weiser den ersten Transferlös generieren, direkt aus der Strategie und konnten parallel aber auch unseren sportlichen Weg erfolgreich fortsetzen.
00:21:06: Weil du auch das Wort gerade nochmal gesagt hast und mir kam jetzt so die Frage so Erfolg, genau.
00:21:11: Also was ist eigentlich Erfolg für den Michael Becker?
00:21:14: Wenn ich so sehe, auch wo der Verein herkommt, so aus dieser Zeit, die du gerade auch beschrieben hast, aus dem Jahr zwei Tausend Achtzehn.
00:21:20: Ihr seid in der zweiten Liga seit vielen Jahren, neues Stadion.
00:21:26: Also auf mich jedenfalls diesen Eindruck an der frischen, jung, hungrigen Truppe, auch in Verbindung mit diesem Trainer.
00:21:32: Aber trotzdem, was ist für dich Erfolg?
00:21:35: Also nach welchen Maßstäben beurteilst du das für dich selbst?
00:21:40: Ja, also für das Unternehmen KSC, da kann man es sehr gut messen.
00:21:44: Da gibt es letztendlich... Die sportliche Wertung, die haben wir jede Woche und am Ende der Saison gibt es ein Tabellenplatz.
00:21:52: Also da ist es ja relativ gerade messbar und auch im wirtschaftlichen Bereich.
00:21:57: Wenn man den anderen großen Bereich nimmt, ist es auch ganz klar messbar an Umsatz, an Gewinn, an Entwicklung der Verbindlichkeiten.
00:22:03: Also da kann man ja das relativ klar messen und auch den Erfolg klar sehen.
00:22:08: Auf der anderen Seite ist es aber so, dass wir hier mittlerweile zweihundert Menschen beschäftigt haben, die hier jeden Tag herkommen und Auf das, glaube ich, können wir stolz sein, dass wir viele Mitarbeitende, wir können auch der Cheftrainer schon mit dazu jahrelang bei uns sind, selbst weiterentwickelt haben, aber auch den KSC weiterentwickelt haben und einfach diese Leidenschaft nach wie vor haben und hier was bewegen wollen.
00:22:35: freue ich mich natürlich schon immer sehr, wenn man hier reinkommt und einfach dieses Feeling spürt, dass man zwar schon viel erreicht hat, aber eben noch nicht am Ende ist und gemeinsam noch viel vorhat.
00:22:46: Und das würde ich schon als als großer Erfolg dann auch sehen.
00:22:52: Wie bist du denn so da?
00:22:54: Also ist dir das auch bewusst und klar?
00:22:56: Also diese zweihundert Leute, die da für euch arbeiten, Was ist dir da wichtig auch im Umgang?
00:23:02: Was willst du auch senden?
00:23:05: Was für Leitprinzipien sind dir einfach wichtig auch im Umgang?
00:23:09: Also du lebst das vor so mit dem Engagement, dass du auch in den Tag legst.
00:23:12: Also spürbar.
00:23:13: Was gilt denn da noch für dich?
00:23:16: Was extrem wichtig ist, um auch die Mitarbeitenden auch zu motivieren und auch die richtigen Signale dazu setzen.
00:23:23: Was bedeutet für dich gute Führung?
00:23:25: Ja, habe ich die, glaube ich, da auf Augenhöhe zu agieren und natürlich auch immer respektvoll mit jedem umzugehen.
00:23:33: Aus meiner Sicht hat sich die Führung über die Generation natürlich schon extrem weiter entwickelt.
00:23:39: Früher war es natürlich so, da gab es die Führungskraft und die Führungskraft hat gesagt, wir gehen rechts rum und dann sind halt alle rechts rumgelaufen und haben das jetzt nicht hinterfragt.
00:23:48: Oft war es ja dann so, das Patriarchentum, wo es da noch ein Geschäftsführer gab, der mehr oder weniger vom Reißnagel bis zum Millioneninvest alles alleine entschieden hat und das wurde aber gar nicht hinterfragt.
00:24:02: Oft waren diese Unternehmen ja auch jahrzehntelang erfolgreich, also das Modell war ja über Jahre erfolgreich.
00:24:09: Jetzt gibt es halt neue Generationen, die einfach Führung anders verstehen und deswegen muss man natürlich auch anders führen.
00:24:15: Jetzt komme ich schon ein bisschen aus einer anderen Generation, logischerweise, da ist jetzt dieses Das ist das hierarchische Führen ja eh nicht mehr so der Fall, wie man das früher hatte.
00:24:24: Und der Hauptunterschied ist für mich, dass man immer noch konsequent natürlich Entscheidungen treffen muss, aber einfach die viel klarer kommuniziert.
00:24:33: Am Ende gibt es natürlich immer die Führungskräfte müssen entscheiden.
00:24:36: Deswegen sind sie ja Führungskräfte und das ist auch nicht schlimm.
00:24:40: Das gehört auch mit dazu.
00:24:42: investieren sehr, sehr viel in das Führungsthema, haben ja da ein begleitendes Führungskräftecoaching, wo alle Führungskräfte durchlaufen.
00:24:50: Und da geht es einfach darum, dass man einfach dann die Entscheidungen auch klar kommuniziert, auch logischerweise Die Meinung des Mitarbeitenden einholt, die berücksichtigt bei einem Input und dann eben die Entscheidung trifft und halt eben nicht von oben herabregiert und sagt, so machen wir es jetzt.
00:25:08: Und was wir aber auch entwickelt haben, dass wenn zum Beispiel eine Führungskraft bei gewissen Thematiken sagen will, da will ich jetzt aber alles mitbestimmen.
00:25:16: Das ist mir einfach wichtig, weil es mir am Herzen liegt.
00:25:18: Und wenn es einfach ein Sonderprojekt ist, dann wird es klar, ganz klar argumentiert.
00:25:23: Und dann haben wir gelernt, dass das dann für die Mitarbeitenden auch passt.
00:25:26: Das Schlimmste ist, wenn sie einfach in einem Luftleerenraum sind und nicht wissen, wo sollen sie mitreden, wo sollen sie nicht mitreden, wo ist die Meinung wichtig, wo nehme ich mich vielleicht mal zurück.
00:25:35: Und da ist die klare Kommunikation einfach ganz wichtig.
00:25:38: Und wir haben auch, glaube ich, das hinbekommen, insbesondere dann auf der ersten und zweiten Führungsebene, dass wir eine Zusammenarbeit haben, wo man Dinge... kritisieren kann, ansprechen kann untereinander, also auch die Direktoren mir gegenüber oder umgekehrt, wo man die kritisch hinterfragen kann, wo es aber keiner persönlich nimmt.
00:26:00: Und es ist schon ein Entwicklungsweg, ich glaube, den muss man erst mal hinter sich haben, weil der erste Reflex, ich glaube, ich immer, oh, jetzt ist es eine persönliche Angriffe und ich glaube, das hat sich dann in dem Zusammenspiel und wie wir uns alle gemeinsam weiterentwickelt, super ergeben, dass man sich einfach sachlich total kritisieren kann, ohne dass es einer persönlich nimmt.
00:26:20: Ja, gerade in einem Fußballverein, der ja von Haus aus so wie du es auch beschrieben hast, historisch einfach so hierarchisch gewachsen ist, dann so eine andere Kultur einzuführen, wo jeder das Gefühl hat, ich darf alles sagen.
00:26:31: Ein Stück war diese psychologische Sicherheit herzustellen, dass jeder immer alles sagen darf.
00:26:37: Das hört sich einfach an, aber es ist extrem schwierig umzusetzen, gerade im Fußballverein.
00:26:41: Deswegen klingt das wirklich sehr, sehr gut, muss ich sagen.
00:26:46: Jetzt gibt es ja so diesen Umgang und auch Werte, die man lebt im Unternehmen.
00:26:54: Also, wo die Öffentlichkeit ein Stück weit der Außenforce, jetzt gibt es aber auch Entscheidungen, die ja in der Öffentlichkeit hoch und runter diskutiert werden.
00:27:00: Du hast jetzt nur Oliver Kreuzer gesagt, wo das dann?
00:27:03: natürlich im Umfeld in den Medien.
00:27:05: Wie schwierig ist es denn so in so einer Rolle, die du auch hast, wo alles hoch und runter diskutiert wird, ja so bei sich zu bleiben?
00:27:14: Und manchmal ist man auch ein bisschen machtlos, weil die Öffentlichkeit nicht alle Informationen hat.
00:27:18: Also wie groß ist der Spagat für dich selbst?
00:27:22: angesichts von auch wichtigen Personalentscheidungen, die nach draußen gehen.
00:27:27: Gutes, was du glaube ich angesprochen hast, ist der Hauptunterschied zwischen Fußballverein, Streckstrichunternehmen und der Unternehmensfeld, der klassischen Unternehmensfeld.
00:27:37: Da werden ja auch konsequente Entscheidungen getroffen, auch Personalentscheidungen, aber der Hauptunterschied ist eben, dass das Medienumfeld fehlt.
00:27:43: Jetzt ist es so, dass natürlich Viele Klubs sicherlich noch ein viel nervöseres, ein viel größeres Medienumfeld, wie wir haben.
00:27:53: Dennoch ist bei uns wird natürlich trotzdem alles hinterfragt.
00:27:56: Zum einen von den Medien, zum anderen aber auch von unseren Fans, von unseren Mitgliedern.
00:28:02: Das gehört auch dazu.
00:28:03: Das ist auch Teil des Fussballs.
00:28:07: Das macht mir auch so attraktiv, dass jeder halt mitreden kann.
00:28:11: Und deswegen glaube ich, Ist das ein Bestandteil dieses Unternehmens, das einfach dazugehört?
00:28:20: Ich glaube, es ist wichtig, dass man das nicht alles ignoriert und sagt, ja, wir treffen hier die Entscheidungen und ihr könnt es bitte akzeptieren.
00:28:26: Also so sehen wir das nicht, sondern wir wünschen uns da schon Feedback in dem Moment, wo es sachlich bleibt und nehmen da schon immer das ein oder andere Mal auf und hinterfragen dann vielleicht die eine oder andere Entscheidung.
00:28:39: Das, was du noch angesprochen hast, ist natürlich auch wichtig, dass natürlich wie jedes Unternehmen so Entscheidungswege extrem komplex sind und man ja jetzt nicht morgens aufsteht und sagt, Jetzt treffe ich mal die Entscheidung, weil jetzt bin ich gerade mit dem falschen Fuß aufgestanden und dem seine Nase passt mir nicht zum Beispiel.
00:28:56: So läuft es ja nicht, sondern wir wägen schon sehr, sehr gut ab, wenn wir Entscheidungen treffen, die eine gewisse Tragweite haben.
00:29:03: Und es ist ja jetzt nicht ein Wimpernschlag, wo man das entscheidet.
00:29:07: Und diesen Entscheidungsprozess kann man natürlich nur bedingt nach außen kommunizieren.
00:29:12: Wir versuchen, das immer mehr dahintergründe zu geben, ist aber natürlich nicht.
00:29:18: Nicht ganz einfach weil natürlich in den medien oft nur verkürzte statements dann sind einfach die.
00:29:25: Ja, die ist einfach begrenzt die zeit.
00:29:28: die zeit der menschen ist begrenzt Dinge aufzunehmen so ist das dann nur nur gewisse informationen ankommen.
00:29:33: das ist aber genau ein glaub ich ein thema in der gesellschaft und dann klar wird man sich schon das ein oder andere mal wünschen das.
00:29:40: dass das, bevor Leute Meinungen äußern, vielleicht die eine oder andere Hintergrund mehr da ist, aber das gehört einfach zum Geschäft und es ist auch mit unsere Aufgabe, Entscheidungswege und Entscheidungen bestmöglich zu erklären.
00:29:54: Es gelingt uns nicht immer.
00:29:56: weil man teilweise auch die Zeit dann zu kurz ist.
00:29:59: Aber wir arbeiten natürlich daran, es immer bestmöglich vorzubereiten.
00:30:02: Und jetzt gab es ja einige Entscheidungen, die so den Weg des Scars war, das sie in den letzten Jahren gekennzeichnet haben, also Ausgliederung des Profi-Bereichs, Stadion-Neubau, personelle Entscheidungen, die du eben gerade genannt hast, auch neu aufgestellt.
00:30:18: Das scheint ja wirklich... Also... einfach nach oben zu gehen und wenn es sich nach oben geht, so im Sinne der Ligen, sondern auf jeden Fall eine Kontinuität, die überall abzulesen ist.
00:30:28: Gibt es denn trotzdem, also bist du einfach zufrieden mit dem, wie es gelaufen ist auch in deiner Rolle, wie würdest du es einordnen?
00:30:37: Ja, das ist ja jetzt auch eine gewisse Zeitspanne von den sieben, acht Jahren, von dem wir mittlerweile reden.
00:30:44: Ich bin persönlich ein sehr ungeduldiger Mensch und auch vielleicht als schwächer, doch dann das ein oder andere Mal zu perfektionistisch.
00:30:53: Das ist auch, glaube ich, bei der Führung, was man lernen muss, dass man nicht immer den gleichen Anspruch dann auch hat.
00:31:02: Es ist sehr, sehr viel passiert in den Jahren.
00:31:05: Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange geht, aber wir hatten natürlich auch unheimlich viel und deswegen sind wir da schon sehr froh, wie das gelaufen ist und auch dankbar und haben ja unheimlich viele Menschen ihren Teil dazu beigetragen.
00:31:20: Es war unter ein oder andere Stelle mal knapp, hat man vielleicht auch sportlich mal Glück gehabt, wenn ich an den Eine Nichtabstieg gegen Kräuter-Fürdenke, mehr oder weniger kurz vor Tore Schluss.
00:31:33: Aber generell sind wir da sehr zufrieden mit der Entwicklung.
00:31:36: Aber für uns geht es jetzt schon wieder, die nächsten Jahre zu planen.
00:31:43: Wie plant man die nächsten Jahre?
00:31:48: Für uns geht es ja darum, schon irgendwann mal sportlich den nächsten Schritt zu machen.
00:31:53: Wir haben langfristig das Ziel, in die Top-Twenty Deutschland zu kommen.
00:31:57: Das ist natürlich sehr, sehr ambitioniert.
00:32:00: Es ist uns auch bewusst, die Schere zwischen Bundesliga und Zweiterliga ist immer größer geworden, insbesondere durch die TV-Geldthematik.
00:32:06: Allerdings ist es so, dass natürlich der KSC im Gegensatz zu vielen anderen Clubs ein sehr, sehr großes Potenzial hat.
00:32:13: Wir haben eine sehr steige Stadt, wir haben eine extrem große Region.
00:32:18: Eine super tolle Fanbasis über ein Jahrhundert, mittlerweile gewachsen als Traditionsverein.
00:32:24: Und dieses Bund haben nicht so viele, das tolle Stadion haben auch dazu, wo entstanden ist, sodass wir schon glauben, dass die Wahrscheinlichkeit bei uns höher ist, sich in der Bundesliga zu etablieren, wie vielleicht beim einen oder anderen Club, der das schon erreicht hat.
00:32:40: Wir wissen, dass das ein großer Schritt ist.
00:32:42: Wir setzen uns da jetzt auch nicht unter Druck, bleiben auch bei unserem Weg, dass wir Stück für Stück investieren, aber jetzt nicht ins Casino gehen und irgendwelche verrückte Sachen machen, investieren immer in... in Steine und Beine bauen ja auch gerade an Profitrainingplätze in dem Bereich.
00:32:56: Und bauen das aber schon ganz klar auf, wie wir in den nächsten drei Jahren, drei bis fünf Jahre da agieren wollen, wollen vorbereitet sein, was auch die Verwaltung angeht, wenn man einen Vorbereit, wenn man so ein Szenario auftritt, eines Aufstiegs.
00:33:10: Also das gilt es halt, um die nächsten Jahre zu planen.
00:33:14: Wenn du dich selbst mal so einordnen müsstest, wie viel sportliche Expertise bringst du denn mit so auch?
00:33:21: im Bezug vielleicht auch auf den Geschäftsführersport, wie sehr bist du da präsent und wie sehr wirst du auch mit einbezogen aufgrund deiner Expertise?
00:33:34: Ja, also da haben wir schon ein sehr klares Rollenverständnis, egal ob ich jetzt zwei Geschäftsführer sind oder in der Zeit, wo ich das alleine dann machen durfte.
00:33:48: oder jetzt wieder mit Mario Aegemeinde schon klares Verständnis, dass ich mich grundsätzlich eigentlich nicht zu sportlichen Belangen äußern.
00:33:54: Wir haben da kompetente Leute, die in dem Bereich tätig sind, die die Verantwortung haben, auch die Verantwortung bekommen sollen.
00:34:03: Und deswegen beziehe ich mich dann auf die wirtschaftliche Seite, was das angeht und bewert jetzt nicht die sportliche Leistung von einzelnen Spielern oder sowas.
00:34:14: Ich glaube, das ist auch wichtig, sodass da jeder seine seine Rolle drin hat.
00:34:18: Natürlich im privaten Umfeld bei einem Glas Bier abends, dann diskutiert man halt schon mal, warum hat er jetzt neben das Tor geschossen und nicht ins Tor.
00:34:26: Das ist ja vollkommen klar, das ist ja die Leidenschaft, die für Fußball dazugehört, aber in der Rolle des Geschäftsführers, des Speicher der Geschäftsführung, wie es jetzt auch ist, halte ich mich bei den sportlichen Aussagen sowohl öffentlich als auch intern zurück.
00:34:41: Das ist ja in der Vergangenheit den allermeisten Verwert geblieben, also das hinzubekommen.
00:34:47: Die haben das dann vielleicht mal gesagt, aber das hat dann doch in so einer Position immer wieder gejuckt.
00:34:52: Na ja, aber eigentlich Fußball meint das Ding muss ins Netz so und ich sehe doch auch, was da passiert und ich habe auch mal gespielt und sich da zurückzunehmen.
00:35:00: da sozusagen auch der Öffentlichkeit klar zu machen, immer wieder neu, da gibt es jemanden, ich bin für andere Dinge zuständig, das ist für viele, viele extrem schwer gemacht, aber glaube ich tatsächlich eine erfolgreiche Führung eines Vereins aus, dass jeder eben seine Rolle kennt und auch bei ihr bleibt.
00:35:16: Ja, weil sagst du genau richtig, weil natürlich auch ich bin ja als CEO für die Gesamtstrategie auch verantwortlich, was die nächsten Jahre passiert und wenn ich dann aber immer täglich den Sport des kurzfristigen kommentieren und mitentscheiden wollte, also das steht ja im Diametral zueinander.
00:35:34: Also das kann ja nicht gut gehen, dass man am kurzfristigen dran ist und gleichzeitig das das langfristige und das strategische entwickeln soll.
00:35:43: Oft ist das kurzfristige ja der Fußball dann auch sehr emotional und das ist ja das was man im Eingangs im Gespräch ja auch schon gesagt haben, dass man halt diese Emotionalität auch dann ein bisschen ablegen muss und einfach ein bisschen distanzierter sein muss, was was auch nicht immer einfach ist, also diese Distanz zu halten.
00:35:58: Das muss man sich schon auch weiterentwickeln und viel dafür tun.
00:36:05: Weil es natürlich klar ist schön, man liebt den Fußball, hat die Leidenschaft dafür, aber muss dann einfach in einem professionellen Verhältnis täglich dann auch eine Distanz halten.
00:36:15: Ich habe auch gelernt über die letzten Jahre, dass das genau die richtigen Entscheidungen war.
00:36:21: die Entscheidung, die wir insgesamt für den Club getroffen haben aus meiner Sicht oder den Input, wo ich... bei gewissen Entscheidungen mit einbringen konnte.
00:36:30: Ich treffe ja nicht alle Entscheidungen.
00:36:32: Wir haben ja noch ein Beiratsgremium für die strategische Entscheidung und es ist ein Mitgeschäftsführer bei gewissen Entscheidungen dann auch, dass man dann einfach der Input viel rationaler ist und man den Standpunkt auch viel klarer dann vertreten kann durch diese gewisse Distanz und am Ende dann die Entscheidungen rauskamen, die den Club jetzt die letzten Jahre erfolgreich gemacht haben.
00:36:52: Das heißt, Mario Eggimann kriegt keinen Anruf von Michael Becker und der dann lospoltert und schimpft, dass man den oder den Spieler verpflichten konnte.
00:36:59: Der kann doch nichts oder so, das gibt es nicht in dem Sinne.
00:37:02: Nee, das passiert nicht und ist auch in der Vergangenheit egal in welcher Zusammensetzung, ob es jetzt dann Sportdirektoren oder auf der zweiten Führungsebene oder auch mit Oliver Kreuzer gab es das so nie.
00:37:12: dass ich da angerufen habe und Poldern tue ich sowieso.
00:37:17: Wie würdest du kurz um das nochmal abzuschließen, Mario Eggiemann so einordnen?
00:37:22: Wie ist die Zusammenarbeit?
00:37:23: Wie siehst du ihn so auch?
00:37:25: Kennt euch ja, wie ordnest du ihn ein?
00:37:30: Was macht ihn aus in deinen Augen?
00:37:35: Ja, also wir hatten ja das Glück in dem Fall, dass jetzt der Staat als Geschäftsführer für ihn ja kein Kaltstadt war, sondern ein Warmstaat.
00:37:44: Er war ja schon zwölf Monate, nahezu zwölf Monate als Vizepräsident, dann auch tätig und da auch immer sehr nah dran in den Prozessen und auch im Sport letztendlich.
00:37:56: Und das hat natürlich massiv geholfen, sodass da ja auch schon ein bisschen ein persönliches Verhältnis da war und man sich schon kennen und Schätzen gelernt konnte in diesen zwölf Monaten.
00:38:07: Das hat natürlich massiv geholfen, weil er kam ja dann in der Zeit, wo es dann ja schon mitten im Transferphase total operativ wurde, wo wir ja direkt operativ zusammenarbeiten mussten, was Etas angeht und Budgets für die Mannschaft.
00:38:22: Wir arbeiten jetzt operativ diese fünf, sechs Monate zusammen.
00:38:26: Die Arbeit macht sehr viel Spaß.
00:38:28: Wir agieren auf Augenhöhe.
00:38:30: Auch da ist es so, dass jeder seine Themen einbringt, dass wir uns klar die Meinung sagen können.
00:38:36: dass Mario auch ist sehr analytisch unterwegs, schaut sich Dinge genau an, trifft jetzt auch nicht aus Ertog irgendwie mal so schnell eine Entscheidung.
00:38:45: Das ist, glaube ich, auch Voraussetzung in dem Geschäftsführer, dass man da einfach auch nicht so emotional reagiert.
00:38:51: Und deswegen, glaube ich, passt es sehr gut zusammen.
00:38:54: Wie gesagt, wir haben nicht immer den gleichen Standpunkt.
00:38:57: Das ist auch völlig legitim.
00:39:00: Und dann geht es die Dinge auszutauschen und dann gemeinsam eine Entscheidung zu treffen.
00:39:05: Und jetzt haben wir auch im lauf des gesprächs auch so so schon.
00:39:10: Immer mal wieder so auch ein Wert genannt, für einsteuige Bodenständigkeit, Kompetenzen, Klarheit, viel.
00:39:18: Wenn du jetzt so an den Karlsruhe SC auch denkst, wofür soll denn, wofür steht der Verein, aber wofür soll er auch vielleicht stehen, so in deinen Augen.
00:39:27: Du hast ja auch mitverantwortet, der Hauptverantwort für die strategische Ausrichtung.
00:39:33: Siehst du auch den Karlsruhe SC sozusagen auch so ein Stück weit als ein Leuchtturm der Region, vielleicht trotz der anderen Vereine, die vielleicht in der Nähe sind, weil eben das ein ganz besonderer Verein auch ist.
00:39:46: Wo siehst du die Ausrichtung?
00:39:49: Wofür soll der KSC letztlich für dich stehen?
00:39:52: Ja, gut, das sind natürlich einige Punkte, wo wir uns ja unheimlich viel Gedanken machen im Rahmen unserer eigenen Bildung.
00:39:59: Da läuft jetzt auch gerade wieder ein Review-Prozess, wo wir Umfragen machen für was steht der KSC in der Region und haben ja vor, in dem Veränderungsprozess ein neues Magenbild mit KSC, meine Heimat, verankert.
00:40:14: Für uns geht es darum, wir wollen ein Leuchtturm, der ... der Region sein.
00:40:18: Wir wollen für das Thema Nachwuchsarbeit stehen, Nachwuchsförderungen, wo wir ja unheimlich viel machen.
00:40:23: Wir haben jetzt auch wieder sehr viele junge Spieler im Kader.
00:40:26: Da prägen wir natürlich auch die Identität des Clubs sehr stark, weil einfach eigene Spieler dann mit dabei sind.
00:40:32: Wir wollen aber auch sportlich ambitioniert sein, das ist auch wichtig.
00:40:35: Wir haben klare Ziele, aber in der Verbindung, dass wir natürlich auch nachhaltig arbeiten wollen.
00:40:41: Wir wollen hier das weiterhin nachhaltig aufbauen, nicht ins Casino gehen, wie ich eben bereits erwähnt habe.
00:40:47: Für uns ist es auch kein Widerspruch, sportlich ambitioniert zu sein und trotzdem nachhaltig zu arbeiten.
00:40:51: Da gibt es einige prominente Beispiele.
00:40:54: Das Prominente ist vielleicht, wenn wir hundert-achtzig Kilometer in den Süden schauen, zu den Kollegen aus Freiburg, die ja für Jahre sich immer weiterentwickelt haben, vielleicht vom Top-Zwanzig-Kandidat, wo sie mal waren, jetzt zum Top-Zehn-Kandidaten in der Bundesliga.
00:41:09: Wir haben ja auch immer weitergemacht, aber auch weil sie ihrer Strategie dann am Ende treu geblieben sind und auch trotzdem kritische Entscheidungen getroffen haben, aber den Weg eben dann Schritt für Schritt vorangegangen
00:41:24: sind.
00:41:24: Weil du auch gerade immer Freiburg nennst, also da gibt es hoffenheim nicht ganz weit weg, Stuttgart, Freiburg, hier in meiner Region ja auch nur eine Stunde so entfernt.
00:41:35: Du strahlst schon sehr viel Positivität und Optimismus aus.
00:41:39: Und trotzdem, wie schwierig ist das denn, wenn man jetzt auch kontinuierlich zwei in der zweiten Liga spielt, aber sich in so einem Umfeld halt nach vorne bewegen will, nach oben kommen will?
00:41:50: Ja, also ich glaube klar ist Konkurrenz da.
00:41:53: Aber im Gegensatz zu anderen Clubs, wenn ich mal an den Ruhrpott denke oder sowas, haben wir natürlich viel, viel bessere Voraussetzungen.
00:42:01: Also wir haben ja oft auf die Flächenmäßig, viel mehr Fläche, viel mehr Einwohner, viel mehr Abstand zwischen den Clubs.
00:42:07: Wenn ich jetzt den KSC nehme, wir haben klar den... den Norden, wo natürlich schon die Grenze dann irgendwo mal bei Mannheim ein bisschen drunter dann auch ist, wo dann die anderen Clubs kommen.
00:42:18: Natürlich in die Pfals ist auch relativ schnell Schluss mit FC Kaiserslautern und dann in den Osten, was den VfB Stuttgart angeht, aber wir bestrahlen dann schon sehr stark auch in den Süden.
00:42:29: Das muss man schon sagen und da gibt es ja auch einige große Städte.
00:42:32: Da haben wir ein extrem großes Einzugsgebiet.
00:42:34: Da kommt dann irgendwann mal der SC Freiburg, das ist auch klar, die auch natürlich viele zugewonnen haben in den letzten Jahren.
00:42:41: Wir haben eine extrem stabile Region.
00:42:44: Die Region wächst ja weiterhin.
00:42:46: Also werden vielleicht andere Regionen in Deutschland wirtschaftlich stagnieren und Themen sind.
00:42:52: Also wir haben eine extreme Wohnungsmarktknappheit natürlich auch.
00:42:56: Wir haben einen hohen Kampf auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere im Technologiesektor.
00:43:02: Wir haben ja hier nicht so viel Konzerne, sondern einen sehr, sehr breiten Mittelstand.
00:43:07: auch nicht so extrem von so Krisenmal, von so größeren Krisen abhängig sind und dieses Potenzial haben ja nicht so viele.
00:43:15: und deswegen kann man natürlich schon, könnte man jetzt natürlich schon ambitioniert sagen, also es haben ja Clubs gezeigt, die mehrere Jahre oder sogar ganz Bundesliga gespielt haben, die viel viel schlechtere Voraussetzungen haben und das zeigt ja, wenn man gute Arbeit leistet.
00:43:32: dass man relativ weit kommen kann.
00:43:34: Irgendwann ist dann natürlich eine Wachstumsgrenze da, dann geht es vielleicht auch nicht mehr weiter.
00:43:39: Aber da sind wir noch lange nicht als Karlsruhe SC.
00:43:42: Da ist das Potenzial und der Blue Ocean, wie man es so schön sagt, dann noch viel zu groß.
00:43:48: Wie zufrieden ist denn der Papa?
00:43:53: Ja, ich glaube, er ist sehr zufrieden, ich sag mal mal grundsätzlich.
00:43:59: Im Slope am Papa, Michael.
00:44:01: Bitte.
00:44:01: Gibt es Lob vom Papa für dich?
00:44:04: Ja, doch immer mal wieder.
00:44:05: Das ist schon der Fall.
00:44:05: Aber wir tauschen uns über viele Sachen aus.
00:44:09: Im beruflichen Sinne ist es natürlich ein professionelles Verhältnis.
00:44:12: Da kommt mir auch wieder das Entgegen, dass ich eher natürlich im sportlichen Bereich ertätig ist.
00:44:16: Und ich mich da beruflich ja komplett raushalte.
00:44:20: Und so gibt es da dann keine Diskussionen und im wahnen Umfeld tauschen wir uns über diverse Sachen aus.
00:44:27: Dann
00:44:27: wird schon gestritten mal.
00:44:28: Bitt auch noch mal gestritten.
00:44:30: Ja, gestritten würde ich jetzt nicht sagen, dass immer beide zu leid, also nicht, da haben wir eben gehört, wir uns bringt beide nicht so aus der Ruhe, deswegen passiert eigentlich ein Streit jetzt eher.
00:44:43: eher nicht.
00:44:45: Aber wir sagen uns dann schon auf die Meinung.
00:44:48: Ich
00:44:48: schätze natürlich auch seine Meinung sehr.
00:44:51: Das ist schon der Fall und freue mich da, dass wir jetzt auch vielleicht beruflich, auch wenn es eine Distanz da ist, dann jetzt noch einige Jahre zusammenarbeiten können und konnten.
00:45:01: Das macht schon Spaß.
00:45:02: Und er ist bestimmt stolz auf sein Sohn, denn diese Rolle jetzt den KSC prägt.
00:45:08: Wie ist der Karlsruher, der Karlsruher Fan?
00:45:12: Was macht den aus?
00:45:13: Wie kriegt man den?
00:45:14: Was sind seine Ansprüche?
00:45:16: Versuch mal, den zuhörern zu beschreiben.
00:45:21: Was macht den KSC Fan aus?
00:45:24: Ja, der Karlsruher an sich ist, glaube ich, schon eine herausfordernde Persönlichkeit, wenn man jetzt mal die so natural ein bisschen durchgeht.
00:45:35: Wenn man es ins Rheinland geht zum Beispiel, wo man ja schnell sich umarmt gefühlt und sehr nah best friends ist und da sehr nah einfach agiert, ist der ist der Karlsruher, den zu gewinnen für sich, ist schon schwieriger.
00:45:49: Ich glaube, da muss man einfach mehr Zeit investieren.
00:45:51: Er ist auch zunächst mal, glaube ich, ein bisschen zurückhaltender.
00:45:55: Wenn man ihn dann aber hat, also wenn man die Beziehung aufgebaut hat, dann verliert man ihn so schnell nicht mehr.
00:46:00: Und das zeigt ja auch den Weg des KSC, das ist natürlich auch in extrem schlechten Zeiten.
00:46:07: Trotzdem eine sehr, sehr hohe Fanbasis.
00:46:09: Da war auch in der dritten Liga und die Leute einfach die Treue gehalten haben.
00:46:13: Und das natürlich jetzt, wenn ... wenn es besser läuft, auch viele noch mal zurück kommen, die aber immer noch eine Verbindung zum haben, die vielleicht in den Neunzigerjahren mal aufgebaut wurde und jetzt dann wieder zu uns kommen.
00:46:25: Also zusammengefasst, glaube ich, man braucht ein bisschen, bis man mit ihm warm wird.
00:46:30: Aber wenn man dann mal mit ihm warm ist, mit dem Badener und mit dem Karlsruher, dann ist das ein schön jahrelanges Vertrauensverhältnis, wo Spaß macht.
00:46:40: Was für ein Schnitt habt ihr aktuell, Michael?
00:46:43: Wir sind jetzt bei rund dreißigtausend, also nahezu ausverkauft.
00:46:46: Wir haben ja noch ein Gästebereich von dreieinhalb tausend und ja etwa vierdreißigtausend Kapazität, sodass das Stadion momentan jetzt auch zum Beispiel im Sonntag gegen Elversberg, wo ja jetzt ein Klub ist, der jetzt noch nicht so eine lange Tradition hat in der internationalen Bundesliga.
00:47:03: Da hätten wir jetzt vielleicht ja, würde ich sagen, vor vier, fünf Jahren im alten Wildpark noch zwölf, dreizehntausend Zuschauer gehabt.
00:47:10: Da muss man aber aussehen, die Hälfte nass geworden und hätte keine Toilette gehabt und kein Kettering.
00:47:15: Es kommt natürlich jetzt Auto zu und so ist das Spiel im Heimbereich auch schon ausverkauft, was natürlich auch ein tolles Ergebnis wieder ist.
00:47:21: Ja und auch was so über die Bilder transportiert wird, ist ja fantastische Spiele, Spektakel immer wieder.
00:47:29: Also da ist richtig was los, so hat man den Eindruck.
00:47:32: Also irgendwie, der Karlsruhe merkt auch gerade, wenn es macht irgendwie Spaß, man weiß dann am Ende manchmal nicht so, wo fällt der Ball jetzt rein, oftmals dann zu Gunsten von euch, aber es ist wirklich richtig was los bei euch im Wildpark.
00:47:45: Ja, ich glaube, wenn man zu uns kommt, hat man immer eine tolle Stimmung, die mit einem Zehntausend Fans auf der Stehpläne, wo richtig Rabatz gemacht wird.
00:47:56: Meine Uhr, die meldet auch immer so spätestens nach zehn Minuten, dass die Lärmbelästigung zu laut ist.
00:48:01: Ich muss das mal bei Gelegenheit dann auch ausschalten.
00:48:05: zum Thema Spektakel.
00:48:06: Da würden wir uns als verantwortlicher, vielleicht manchmal das eine oder andere, ein bisschen weniger Spektakel und Spannung dann auch wünschen.
00:48:13: Aber wenn es natürlich für uns ausgeht, ist es umso besser, wenn es natürlich in der letzten Minute wegen gegen FCK dann im Derby noch ein das Spiel verloren wird, dann ist natürlich das nicht so schön.
00:48:23: Aber am Ende freuen wir uns natürlich dann schon eher, wenn die Siege da sind und wenn alle einen schönen Tag hatten und wieder Frohnmut ist nach Hause gehen.
00:48:32: Michael, letzte Frage schon an dich.
00:48:35: Einfach Sport ist zu dieser Saison irgendwie.
00:48:40: Macht dir den Eindruck, dass es vielleicht so hinten raus doch irgendwie klappen könnte?
00:48:45: Wie machst du dem KSZ Fan Hoffnung?
00:48:48: dass es mit diesem sportischen Schritt vielleicht doch schon in dieser Saison klappen könnte.
00:48:55: Was braucht es dafür?
00:48:59: Die Spielklasse ist total ausgeglichen.
00:49:01: Das sieht man ja jetzt auch wieder nach vier, fünf Monaten.
00:49:04: Es gibt Clubs, die waren im Anfang gut, dann haben sie wieder Spiele verloren.
00:49:07: Jeder hat irgendwie eine gewisse Schwächephase mal gehabt.
00:49:13: die Chance mit dieser Mannschaft aufzusteigen, die ist durchaus da.
00:49:18: Das war sie auch die letzten Jahre durchaus mit den Mannschaften.
00:49:22: Wir werden aber einfach eine konstante Leistung brauchen über die gesamte Saison.
00:49:26: Auch ein bisschen Glück wird am Ende zugehören und aufsteigen wird der am Ende, bei dem sich diese Schwächephasen, die jeder Mal hat, dürfen nicht sehr lange sein und dürfen nicht sehr oft sein.
00:49:40: Aber ansonsten haben, würde ich sagen, zwölf Mannschaften mal locker die Möglichkeit aufzusteigen dieses Jahr, immer noch.
00:49:47: Und da gehören wir mit dazu und da muss man schauen, was am Ende rauskommt.
00:49:52: Aber die Flieger ist so verrückt, wenn es dieses Jahr nicht klappen sollte, was ja auch jetzt keine Zielvorgabe ist, dann wären wir nächstes Jahr immer wieder dabei, haben wir eine gute Mannschaft und wir sind überzeugt, dass es mit der mit der guten Aufstellung, mit der guten Strategie, dann irgendwann auch klappen wird in den nächsten Jahren.
00:50:11: Also, Michael Becker träumt im stillen Kämmerlein definitiv vom Aufstieg.
00:50:16: Das habe ich so rausgehört.
00:50:18: Das Potenzial ist da und ich drück euch die Daumen, dass der Wildpark mit dieser tollen Atmosphäre vielleicht doch schneller, als man denkt, wieder In der ersten Liga ist nach vielen Jahren.
00:50:31: dann doch, Michael, hat mir großen Spaß gemacht, dich kennenzulernen, deine positive und packende Energie auch hier im Gespräch
00:50:40: zu hören.
00:50:41: Vielen Dank für den Einblick eines jungen, modernen Zweitligisten, muss man an der Stelle sagen, mit einem jungen, modernen CEO.
00:50:50: Vielen Dank und alles Gute weiterhin für dich und euch.
00:50:54: Ja, vielen Dank auch für das Gespräch, hat Spaß gemacht.
00:50:57: Also, bis dann, Michael.
00:50:58: Tschüss.
00:50:58: Ciao.
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